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08.03.2012

15:42 Uhr

Mögliche US-Klage

Apple steht unter Verdacht der Preistreiberei

Wegen möglicher Preisabsprachen auf dem E-Book-Markt könnte dem Unternehmen nun eine Klage des US-Justizministeriums drohen. Mit im Fokus der Ermittlungen stehen neben Apple auch fünf große Verlage.

Das neue Apple iPad: Apple soll mit den Verlagen feste Preise ausgemacht haben. dapd

Das neue Apple iPad: Apple soll mit den Verlagen feste Preise ausgemacht haben.

New YorkWarum sind elektronische Bücher in den USA bisweilen teurer als die auf Papier gedruckten Ausgaben? Diese Frage stellt sich auch das US-Justizministerium. Wegen des Verdachts von Preisabsprachen untersucht es seit einigen Monaten den Markt der E-Books - ähnlich wie die EU-Kommission in ihrem Verantwortungsbereich. Nach Informationen des „Wall Street Journals“ könnten nun Apple mit seinem Lesegerät iPad sowie fünf große Verlage verklagt werden, darunter das zur deutschen Mediengruppe Georg von Holtzbrinck gehörende Verlagshaus Macmillan.

Das US-Justizministerium bereite Klagen vor, berichtete die Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf eingeweihte Personen. Parallel liefen Vergleichsverhandlungen, um langwierige und kostspielige Gerichtsverfahren zu vermeiden. Neben Macmillian haben die amerikanischen Wettbewerbshüter demnach die Verlage Simon & Schuster (gehört zu CBS), Hachette, Penguin (Pearson) sowie HarperCollins (News Corp.) im Visier. Die Unternehmen selbst wollten sich gegenüber der Zeitung nicht äußern.

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Die EU-Kommission ermittelt seit Dezember offiziell gegen dieselbe Gruppe aus Verlagen und Apple. Auch hier lautet der Verdacht auf Kartellbildung. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, drohen den Unternehmen in Europa hohe Geldbußen. Absprachen zum Schaden von Verbrauchern sind in der EU ebenso wie in den USA streng verboten. In den Vereinigten Staaten hatten Kunden zudem eine der gefürchteten Sammelklagen eingereicht.

Stein des Anstoßes sind feste Preise, die Apple mit den Verlagen ausgemacht haben soll. Während es in Deutschland eine Buchpreisbindung gibt, ist das in den USA und den meisten anderen Ländern nicht der Fall. Die dortigen Händler liefern sich bei gedruckten Büchern deshalb oft Preisschlachten.

Bei den E-Books war Amazon mit Kampfpreisen vorgeprescht, Rivale Apple hatte sich jedoch laut „Wall Street Journal“ mit den Verlagen auf höhere feste Preise geeinigt. Anschließend hätten die Verlage auch Amazon zu höheren Preisen gedrängt mit der Drohung, sonst keine E-Books mehr zu liefern. Der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs hatte in seiner Biographie über den Einstieg von Apple in den E-Book-Markt und die damaligen Verhandlungen berichtet.

Von

dpa

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