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04.02.2008

15:04 Uhr

Motorola könnte seine Mobiltelefon-Sparte verkaufen

Dell als Handy-Hersteller? Durchaus möglich

VonSandra Louven

Der weltweite Handy-Markt steht vor einer Neuordnung. Der Motorola-Konzern will seine kriselnde Mobiltelefon-Sparte auf den Prüfstand stellen; das Geschäft könnte abgespalten und komplett verkauft werden. Als potentielle Käufer werden sowohl Computerkonzerne als auch Internetfirmen gehandelt. Gerüchten zufolge plant auch Dell ein eigenes Handy.

Die Mobiltelefon-Sparte des US-Herstellers Motorola steht zur Disposition. Foto: dpa dpa

Die Mobiltelefon-Sparte des US-Herstellers Motorola steht zur Disposition. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Motorola ist mit einem Marktanteil von zwölf Prozent der drittgrößte Handy-Hersteller weltweit - hinter Marktführer Nokia und Samsung an Nummer zwei. Sollte der amerikanische Motorola -Konzern tatsächlich seine Handy-Sparte verkaufen, könnte das den Markt der Mobiltelefonhersteller grundlegend verändern. Experten gehen davon aus, dass als mögliche Käufer sowohl Konkurrenten als auch Branchenfremde in Frage kommen.

Ericsson -Chef Carl-Henric Svanberg hat am Freitag bereits angekündigt, sich die Mobilfunksparte von Motorola anzuschauen. Ericsson hat zusammen mit Sony den Handy-Hersteller Sony Ericsson gegründet, der den Absatz in den vergangenen zwei Jahren deutlich steigern konnte. Inzwischen ist das Joint Venture Nummer vier weltweit und will aus der Nische in den Massenmarkt.

"Durch den Kauf von Motorola hätte Sony -Ericsson auf einen Schlag den Marktanteil, den sie sich wünschen", sagt Carolina Milanesi vom Marktforscher Gartner. Für wahrscheinlicher hält sie aber einen chinesischen Käufer. Die beiden Ausrüster ZTE und Huawei etwa bauen Mobilfunknetze und Handys. ZTE ist zwar der sechstgrößte Handy-Hersteller weltweit, der Marktanteil liegt dennoch nur bei gut einem Prozent. Beide Chinesen bieten vor allem billige Mobiltelefone an und könnten Motorolas Expertise bei hochwertigen Handys gut gebrauchen.

Mögliche Käufer sind aber auch Branchenfremde wie Google, Yahoo, Cisco oder Dell. Sie könnten über einen Kauf versuchen, stärker ins Mobilfunkgeschäft einzusteigen. Google hat bereits ein Handy-Betriebssystem entwickelt ("Android"), Cisco will sich im Endkundengeschäft verstärken und Gerüchten zufolge plant Dell ein eigenes Handy, das auf dem Android-Betriebssystem basieren soll. "Alles ist derzeit möglich", sagt Martin Garner vom britischen Marktforscher Ovum.

Er begrüßt ebenso wie die meisten Experten die Entscheidung Motorolas für eine Abspaltung seiner verlustreichen Handy-Sparte. "Die Sparte steht so schlecht da, dass das sicher die richtige Entscheidung ist", sagt er. Motorola leidet vor allem unter einer schlechten Produktpalette. Nach dem Erfolgsmodell "Razr", das das meistverkaufte Handy überhaupt ist, ist es dem Amerikanern nicht mehr gelungen, ein interessantes Produkt oder gar Portfolio anzubieten.

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