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18.08.2015

14:24 Uhr

Musik-Streaming

Deezer peilt Milliarden-Bewertung an

Der Streaming-Anbieter Deezer peilt eine Milliarden-Bewertung bei einer Finanzierungsrunde an. In Frage kommen eine Geldspritze von Investoren, aber auch ein Börsengang. Der Rivale Spotify hatte Anfang Juni vorgelegt.

Der französische Streamingdienst Deezer plant offenbar eine Milliardenbewertung. Die Bewertung bei einer Finanzierungsrunde entscheidet darüber, welchen Anteil Investoren an einem Unternehmen für ihr Geld bekommen. AFP

Deezer

Der französische Streamingdienst Deezer plant offenbar eine Milliardenbewertung. Die Bewertung bei einer Finanzierungsrunde entscheidet darüber, welchen Anteil Investoren an einem Unternehmen für ihr Geld bekommen.

ParisAuf der Welle der Aufmerksamkeit für Streaming-Musikdienste peilt der französische Anbieter Deezer laut einem Medienbericht eine Milliarden-Bewertung bei einer Finanzierungsrunde an. Dabei kämen sowohl eine Geldspritze von Investoren als auch ein Börsengang in Frage, schrieb der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen am späten Montag.

Welchen Betrag Deezer heben wolle, wurde nicht bekannt, lediglich, dass die gesamte Firma dabei mit einer Milliarde Euro bewertet werden solle. Die Bewertung bei einer Finanzierungsrunde entscheidet darüber, welchen Anteil Investoren an einem Unternehmen für ihr Geld bekommen. Beim Streaming wird Musik direkt aus dem Netz abgespielt.

Streaming-Dienste

Nutzen statt besitzen

Beim Musik-Streaming werden Songs direkt aus dem Internet abgespielt, statt sie auf die Geräte herunterzuladen. Dafür werden die Dateien in viele kleine Pakete zerlegt und in einem konstanten Strom aufs Gerät übertragen. Fans können damit Musik nutzen, ohne sie zu besitzen.

Marktführer Spotify

Es ist ein noch relativ kleines aber schnell wachsendes Geschäft. Größter Anbieter ist die schwedische Firma Spotify mit aktuell 15 Millionen zahlenden Kunden und 45 Millionen Gratis-Nutzern. Es gibt aber auch zahlreiche andere Dienste – allein in Deutschland gibt es 15 Anbieter, darunter Radio und Deezer und Apple Music.

Volle Auswahl für 10 Euro

Die meisten Anbieter setzen auf ein Abo-Modell: Für einen monatlichen Betrag gibt es den Zugriff auf ein Angebot aus Millionen Songs. Die Paketpreise beginnen bei fünf Euro, für rund 10 Euro bekommen Nutzer oft auch eine Offline-Funktion. In einigen Fällen können Musikfans eine werbefinanzierte Variante mit weniger Funktionen auch kostenlos nutzen.

Erfolg im zweiten Versuch

Schon vor rund zehn Jahren versuchten verschiedene Anbieter, Abo-Dienste zu etablieren – der Durchbruch kam aber erst mit der Verbreitung von Smartphones und allgegenwärtigen schnellen Datenverbindungen.

Mäßiger Sound

Als eine Schwäche gilt bei Musik-Enthusiasten die starke Kompression, die nötig ist, um die Dateien möglichst sparsam durch die Netze zu kriegen. Das kann die Sound-Qualität drücken.

Stand: Januar 2015

Der Deezer-Rivale Spotify hatte sich Anfang Juni über eine halbe Milliarde Dollar als Geldspritze von Investoren geholt und war dabei insgesamt mit mehr als acht Milliarden Dollar bewertet worden. Spotify gilt allerdings auch als Marktführer im Streaming-Geschäft mit 75 Millionen Nutzern, von denen 20 Millionen zahlende Abo-Kunden sind. Deezer kommt nach jüngsten Zahlen auf insgesamt 16 Millionen Nutzer und 6 Millionen zahlende Kunden.

In dem Geschäft mischt inzwischen auch Apple mit: Der iPhone-Riese startete Ende Juni seinen Streaming-Musikdienst. Nach dem ersten Monat hatte Apple Music elf Millionen Testnutzer. Mit der dreimonatigen Gratis-Probezeit wird man aber erst im Herbst wissen, wie viele von ihnen am Ende an Bord bleiben. Bei Apple Music ist im Gegensatz zu Spotify und Deezer keine werbefinanzierte Gratis-Variante vorgesehen, stattdessen gibt es ein Internet-Radio.

Von

dpa

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