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03.09.2013

12:19 Uhr

Musikbranche

BMG schließt sich mit Musikrechteverlag zusammen

Mit 300 Millionen Euro Umsatz gehört der Musikrechtemanager BMG nicht zu den größten Abteilungen des Medienriesen Bertelsmann. Doch BMG entwickelt sich durch Zukäufe, Kooperationen und Wachstum rasant.

Am Dienstag verkündete BMG eine strategische Partnerschaft mit Primary Wave Music, einem der größten unabhängigen Musikunternehmen in den USA. Die Vereinbarung umfasse Masterrechte und das Musikverlagsgeschäft. Dazu gehören Hits von John Lennon, Marvin Gaye, Kurt Cobain und Aerosmith. ap

Am Dienstag verkündete BMG eine strategische Partnerschaft mit Primary Wave Music, einem der größten unabhängigen Musikunternehmen in den USA. Die Vereinbarung umfasse Masterrechte und das Musikverlagsgeschäft. Dazu gehören Hits von John Lennon, Marvin Gaye, Kurt Cobain und Aerosmith.

Berlin/London/New YorkDie Bertelsmann-Tochter BMG setzt ihren Wachstumskurs auf dem internationalen Musikrechtemarkt fort: Am Dienstag verkündete BMG eine strategische Partnerschaft mit Primary Wave Music, einem der größten unabhängigen Musikunternehmen in den USA. Die Vereinbarung umfasse Masterrechte und das Musikverlagsgeschäft und habe einen Umfang von umgerechnet gut 113 Millionen Euro (150 Millionen Dollar), hieß es.

Für den Großteil der Summe kauft BMG einen „maßgeblichen Anteil“ der Musikverlagsrechte von Primary Wave. Dazu gehören Hits von Earth Wind & Fire, Hall & Oates, John Lennon, Marvin Gaye, Kurt Cobain/Nirvana und Aerosmith. Der Rest der Summe sei die Finanzierungsgrundlage für die strategische Allianz, etwa um Vorschüsse für Künstler zu zahlen.

Die Geschäftsfelder von Bertelsmann

Bücher

Das Buchgeschäft ist die Keimzelle von Bertelsmann: Gründer Carl Bertelsmann erhielt 1835 die Konzession der preußischen Regierung zur Einrichtung einer Buchdruckerei. Unter dem Dach des Konzerns ist inzwischen die größte Publikumsverlagsgruppe der Welt entstanden: Zunächst unter dem Namen der US-Tochterfirma Random House, seit 2012 in einem Joint Venture mit Pearson, an dem die Gütersloher 53 Prozent halten. Penguin Random House heißt der Gigant mit seinen 11.800 Mitarbeitern.

Fernsehen

Die RTL Group betreibt 53 TV- und 28 Radiosender in neun Ländern Europas sowie Indien. Gerade in Deutschland ist das Unternehmen stark – mit den Stationen RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. Bertelsmann hält 92,3 Prozent an der Sendergruppe.

Zeitschriften

Ob „Stern“, „Geo“ oder „Brigitte“: An europäischen Kiosken sind die Zeitschriften von Gruner + Jahr nicht zu übersehen. Bertelsmann hält seit den 70er Jahren die Mehrheit an den Verlag, Ende 2014 will der Medienkonzern die verbliebenen Anteile von der Jahr-Familie kaufen.

Dienstleistungen

Arvato ist die wohl vielseitigste Tochter von Bertelsmann: Die Dienstleistungssparte erstellt digitale Medien, ist im E-Commerce tätig, bietet aber auch zahlreiche Unternehmenslösungen für Kundenpflege, Produktionsplanung und Datenmanagement, außerdem IT-Services. Die Sparte hat mehr als 66.000 Mitarbeiter.

Druck

Bertelsmann gliederte die Druckaktivitäten 2012 in die Sparte Be Printers aus. Diese fertigt Zeitschriften, Kataloge, Prospekte, Bücher und Kalender. Zudem bietet sie Dienstleistungen an. Die Bertelsmann-Tochter betreibt Druckereien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sowie den USA und Kolumbien und hat 6200 Mitarbeiter.

Musik

Musik gehörte lange zum Kerngeschäft von Bertelsmann. Allerdings verkaufte der Konzern 2006 seinen Musikverlag BMG, 2008 gab er auch seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG ab und verabschiedete sich so aus dem Tonträgergeschäft. 2013 holten die Gütersloher die Musik vom Finanzinvestor KKR zurück in den Konzern. Das Geschäft gehört zum Bereich Corporate Investments, der alle übrigen operativen Aktivitäten von Bertelsmann umfasst.

Denn die Partner wollen auch Texter und Komponisten unter Vertrag nehmen und fördern. In dem Joint Venture BMG/Primary Artist Services soll sich das Gemeinschaftsunternehmen auf Neuerscheinungen bereits etablierter und erfolgreicher Musiker konzentrieren. Dabei behalten die Künstler ihre Urheberrechte und BMG übernimmt Finanzierung und Verwaltung sowie weitere Dienstleistungen. Die aktuelle Geschäfts- und Personalstruktur von Primary Wave Music bleibe durch die Zusammenarbeit weitgehend unangetastet, hieß es.

BMG ist das weltweit viertgrößte Musikrechte-Unternehmen. Bertelsmann will den BMG-Umsatz von derzeit gut 300 Millionen Euro binnen fünf Jahren auf 500 Millionen Euro steigern. BMG mit Sitz in Berlin verwaltet mehr als eine Million Songrechte, darunter Titel von Künstlern wie Bruno Mars, Duran Duran, Gossip oder Johnny Cash. Im Juli hatte BMG Lizenzen von Mick Jagger und Keith Richards übernommen.

Von

dpa

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