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06.12.2013

11:05 Uhr

Musikdienst

Google startet Musik-Streamingdienst

Neben Suchmaschine, E-Mail-Dienst und Handy-Betriebssystem macht Google auch in Musik. Die Radiofunktion und ein Streamingangebot bringt Google jetzt auch nach Deutschland. Der noch junge Markt ist bereits hart umkämpft.

Im Mai präsentierte Chris Yerga in den USA Google Play Music All Access. Nun soll der Musikdienst auch in Deutschland an den Start gehen. dpa

Im Mai präsentierte Chris Yerga in den USA Google Play Music All Access. Nun soll der Musikdienst auch in Deutschland an den Start gehen.

BerlinGoogle drängt auch in Deutschland ins Geschäft mit dem Musik-Streaming. Die Musik-App „Google Play“ bekommt neben dem Streamingdienst auch eine Radiofunktion. Für das Angebot einigte Google sich mit der Gema, die die Rechte von Musikern vertritt, über Lizenzgebühren. Das Musikangebot fällt unter einen ähnlichen Gema-Tarif, wie er auch für Googles Videoplattform YouTube gelten würde. Der Streit zwischen YouTube und der Gema ist festgefahren.

Der Musikdienst startet am Freitag unter dem Namen „Google Play Music All Inclusive“. Für knapp 10 Euro im Monat bekommen Nutzer damit Zugang zu etwa 20 Millionen Musikstücken, können eigene Abspiellisten zusammenstellen und automatisch erstellte Radiostationen anhören.

Außerdem gibt es Musikempfehlungen auf Basis des bisherigen Nutzungsverhaltens. Dazu werden auch Informationen aus dem Onlinenetzwerk Google Plus ausgewertet, sagte Produktmanagerin Sara Hecht bei der Vorstellung des Dienstes. So fließe etwa das Äquivalent zu Facebooks „Daumen hoch“, bei Google „+1“ genannt, in die Musikempfehlungen ein. Zudem werden Informationen aus der Musik-App selbst verarbeitet, etwa welche Musik zuletzt angehört oder positiv bewertet wurde. Zusätzlich gibt es Abspiellisten, die von Google-Mitarbeitern erstellt werden.

Die Gema lobte die Einigung mit Google über Lizenzgebühren für den Musikdienst. Der Musikdienst falle unter den Tarif für kostenpflichtige Streamingangebote, sagte ein Gema-Sprecher der dpa. Diese Tarife umfassen sowohl Musikdienste wie auch Videodienste im Internet. Finanzieren sich die Angebote nicht über Nutzergebühren, sondern über Werbung, gilt für sie ein Schwestertarif. Dieser würde also auch für Googles YouTube gelten. Allerdings könne man die Verhandlungen um Googles Musikdienst nicht direkt mit denen um YouTube vergleichen, schränkte der Gema-Sprecher ein.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

YouTube und die Gema streiten seit Jahren um die Höhe der Lizenzgebühren für den Videodienst. Seit Monaten wird nicht mehr verhandelt, der Fall liegt bei einer Schiedsstelle. „Anfang des Jahres dürfte da einiges in Bewegung geraten“, sagte der Gema-Sprecher. Google argumentiert, die von der Gema verlangten Summen seien viel zu hoch. Damit könne man einen werbefinanzierten Dienst wie YouTube nie profitabel betreiben.

Mehrere Streaming-Dienste kämpfen derzeit um Marktanteile, darunter Juke, Rdio und die schwedische Firma Spotify. Auch Konkurrent Apple hat eine Radiofunktion in seinen Musikdienst iTunes eingebaut, die bisher aber nur in den USA läuft.

Googles Musikdienst wird in die bestehende App „Google Play“ integriert, die es für Android- und Apple-Geräte gibt. Nutzer können darüber auch Musik kaufen und ihre eigene Musiksammlung in Googles Cloud hochladen. Sie werden ihre Abspiellisten auf ihrem Smartphone oder Tablet speichern können, um sie ohne Internetverbindung anzuhören.

Zudem können sie eine geringere Übertragungsqualität für die Musik einstellen, um Datenvolumen zu sparen, sagte Hecht. Bei Mobilfunkverträgen können Musik-Streamingdienste schnell die monatlich verfügbare Datenmenge verbrauchen. Konkurrent Spotify arbeitet daher mit der Deutschen Telekom zusammen, der Musikdienst ist dort bei bestimmten Verträgen vom monatlichen Datenvolumen ausgenommen. Solche Kooperationen seien bei Google nicht konkret geplant, sagte Hecht. Den Google-Streamingdienst gibt es bereits in mehr als 20 Ländern.

Von

dpa

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