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25.06.2012

21:12 Uhr

Musiknutzungsgebühr

Gema und Clubs streiten über neue Tarife

Die Gema findet ihren Musiknutzungs-Tarif fair - die Clubs jedoch schlagen Alarm. Sie befürchten ein „Diskothekensterben“ und Mehrkosten von 600 bis 1200 Prozent. In Berlin gingen die ersten bereits auf die Straße.

Berliner demonstrieren gegen eine Neuordnung der Gema-Gebühren. dpa

Berliner demonstrieren gegen eine Neuordnung der Gema-Gebühren.

Berlin Von einem ist die Rede. Die Musikrechte-Verwertungsgesellschaft wollte am Montag in Berlin dagegen einiges klarstellen: Die Gema plant demnach ab 2013 einheitliche Gebühren. Statt elf soll es nur noch zwei Tarife geben: einen Mindestsatz für Veranstaltungen mit zwei Euro Eintritt oder weniger und eine Gebühr von einheitlich zehn Prozent der Eintrittsgelder für alle anderen.

Das sei ein angemessener Satz für die Urheber, sagte Gema-Bezirksdirektor Lorenz Schmid bei einer Pressekonferenz. Etliche kleine und mittlere Veranstalter würden von der Reform entlastet, größere mit mehr Fläche und höherem Eintritt hingegen mehr belastet, so die Gema. Von einer Million Einzelveranstaltungen zahlten 60 Prozent künftig weniger. Die 500.000 regelmäßigen Veranstaltungen würden hingegen verstärkt zur Kasse gebeten.

Als ein Rechenbeispiel nannte die Gema ein Sommerfest: Das entrichtet mit 300 Quadratmetern Fläche und drei Euro Eintritt demnach künftig 90 statt 192,80 Euro Gebühren. Eine große Ball-Gala zahlt eine deutlich höhere Summe als früher.

Laut Gema läuft derzeit ein Schiedsstellenverfahren zur Prüfung der Tarife beim Deutschen Patent- und Markenamt. Zu Klagen der Clubs über drastische Mehrkosten sagte Schmid: „Ich sehe es so, dass sie bislang viel zu wenig gezahlt haben.“ Auch im europäischen Vergleich sei es für die hiesigen Clubs deutlich günstiger als im Ausland. Und wer lizenzfreie Musik spiele, müsse keine Gebühr zahlen. Als Nachweis sei eine Set-List der Titel einzureichen, die der DJ spielte. Für Konzerte ändere sich nichts.

Die Clubbetreiber demonstrierten am Abend im Stadtteil Prenzlauer Berg gegen die Pläne. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich mehrere tausend Menschen an der Aktion, darunter auch einige Szenegrößen wie der Techno-DJ Dr. Motte, der Erfinder der Love-Parade. Die Polizei ging von deutlich weniger Teilnehmern aus.

Für Discotheken könnte es bald teurer werden. dpa

Für Discotheken könnte es bald teurer werden.

„Es ist eine Milchmädchenrechnung, die die Gema da aufmacht“, sagte Lutz Leichsenring von der Clubcommission der Nachrichtenagentur dpa. Als Folgen der Reform sieht der Dachverband eine existenzielle Bedrohung der Clubszene - massiv erhöhte Eintrittsgelder, eine Kommerzialisierung, weniger Gäste und auch Einbußen für den Tourismus. „Wir fürchten, dass das Geld bei den Dieter Bohlens dieser Welt und nicht bei den kleinen Akteuren ankommt“, so Leichsenring. Und eine Set-List, wie von der Gema vorgeschlagen, sei technisch gesehen „vorletztes Jahrhundert“.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

25.06.2012, 21:35 Uhr

Was haben eigentlich die Künstler von der GEMA?
So wie ich gelesen haben, profitieren nur die Mitarbeiter (ich glaube 150 Mio. allein an Verwaltungskosten pro Jahr) und einige wenige sehr bekannte Künstler.
Die vielen kleinen Künstler bekommen überhaupt nichts und haben im Grunde auch keinerlei Vorteile durch die GEMA.

Gastredner

25.06.2012, 21:44 Uhr

Die Künster haben nichts davon, die GEMA ist Werkzeug des 'Staates', da in öffentlicher Hand. Demnach scheint sie nur ein weiteres Werkzeug, uns gewollt in die absolute Versklavung zu schicken und ganz bewusst mehr Arbeitslose zu produzieren.

btw

25.06.2012, 23:06 Uhr

GEMA Einnahmen werden, wie auf der Seite gema.de transparent dargestellt, mit den Künstlern abgerechnet.
Dabei sind Künstler auch in den Leitungsgremien der GEMA eingesetzt.
Gleiches gilt auch für die VGL, die VG Wort und die VG Bildkunst.

Wem das nicht passen sollte, der kann ja seine Musik, seine Bilder oder seine Konzerte und CD's sowie Bücher selbst schreiben und selbst aufführen oder verfilmen.

Bei Youtube hat allerdings die Google Inc. CAL den Finger drauf.

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