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09.02.2012

02:28 Uhr

Nach Abhörskandal

Entschädigungen kratzen an News Corp-Gewinnen

Rupert Murdoch stand dumm da, als ans Licht kam, dass Mitarbeiter einer seiner Zeitungen Telefone abgehört hatten. Der Skandal belastet weiterhin sein Geschäft. Trotzdem macht News Corp mehr Gewinn als zuvor.

Der Abhörskandal führte zum Ende von „News of the World“. Reuters

Der Abhörskandal führte zum Ende von „News of the World“.

New YorkDer Abhörskandal bei der britischen Zeitung „News of the World“ kostet Medienmogul Rupert Murdoch weiterhin richtig Geld. Alleine im zweiten Geschäftsquartal musste Murdochs News Corp. eine Belastung von 87 Millionen Dollar verdauen (66 Mio. Euro). Das erklärte der US-Konzern bei der Vorlage seiner Zwischenbilanz am späten Mittwoch in New York.

Die News Corp. hatte sich mit Opfern auf Entschädigungszahlungen geeinigt. Mitarbeiter der „News of the World“ sollen in zahlreichen Fällen Telefone von Prominenten oder Verbrechensopfern abgehört haben.

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Nachdem im vergangenen Frühjahr immer mehr Details bekanntgeworden waren, stellte Murdoch das traditionsreiche Sonntagsblatt ein. Schwächere Werbeeinnahmen bei australischen Zeitungen waren ein weiterer Grund, warum der Gewinn in der Verlagssparte um mehr als 40 Prozent auf 218 Millionen Dollar fiel.

Trotz der Belastungen hat die News Corp. im vergangenen Quartal den Gewinn von unterm Strich 641 Millionen auf annähernd 1,1 Milliarden Dollar hochschrauben können. Grund für den Sprung war zum einen ein gut laufendes Film- und Fernsehgeschäft. Zum anderen sanken die Kosten. Im Vorjahreszeitraum hatte Murdoch alleine 275 Millionen Dollar für den Umbau des glücklosen sozialen Netzwerks MySpace in den Wind schreiben müssen.

Bei den Kabelsendern zog der Betriebsgewinn um 20 Prozent auf 882 Millionen Dollar an. Rupert Murdoch hält knapp die Hälfte der Aktien am Münchener Bezahlfernsehsender Sky. In der vergangenen Woche kündigte Murdoch eine weitere Finanzspritze von mehr als 300 Millionen Euro für das Unternehmen an.

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Der Umsatz verbesserte sich um 2 Prozent auf 9,0 Milliarden Dollar. Die Börsianer waren mit dem Abschneiden zufrieden. Auch die Rivalen Walt Disney und Time Warner hatten von Oktober bis Dezember zulegen können. Die News-Corp.-Aktie stieg nachbörslich leicht.

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