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24.01.2008

14:30 Uhr

Nach Ankündigung von Werkschließung

Nokia steigert Gewinn massiv

In Deutschland ist der finnische Handy-Konzern Nokia wegen der geplanten Schließung seines Bochumer Werks massiv in der Kritik. Seine Position als souveräner Branchenführer hat das Unternehmen derweil mit unerwartet kräftigen Gewinnsteigerungen und einem Marktanteil von jetzt 40 Prozent ausgebaut.

Ein Mobiltelefon der Marke Nokia. Foto: dpa Quelle: dpa

Ein Mobiltelefon der Marke Nokia. Foto: dpa

HB HELSINKI. Der mit Abstand weltgrößte Handy-Hersteller verdiente nach Angaben vom Donnerstag dank der boomenden Nachfrage in Schwellenländern zwischen Oktober und Dezember operativ 2,49 Mrd. Euro - gut 60 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch dank der Probleme des US-Rivalen Motorola liefen die Geschäfte deutlich besser als von Experten erwartet - die Aktie sprang deshalb an der Börse in Helsinki um rund 13 Prozent nach oben.

Die Finnen stehen derzeit in Deutschland heftig in der Kritik, weil sie die Handy-Fertigung in Bochum einstellen wollen und nach Rumänien verlagern wollen, um Kosten zu sparen. Nokia kann bereits jetzt wegen seiner Größe viel rentabler arbeiten als die Konkurrenz.

Mittlerweile stammen 40 Prozent aller weltweit verkauften Handys von Nokia - der Marktführer setzte zwischen Oktober und Dezember 133,5 Mill. Mobiltelefone ab, mehr als seine drei größten Rivalen Samsung, Motorola und Sony Ericsson zusammen. Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Nokia -Handys kletterte um einen Euro auf 83 Euro. Besonders in Märkten wie Indien und China hat sich das Unternehmen einen großen Vorsprung vor der Konkurrenz erkämpft, den es jetzt hartnäckig verteidigt. Nokia geht davon aus, dass die gesamte Branche 2008 noch einmal zehn Prozent mehr Handys verkauft als voriges Jahr.

Den Umsatz steigerte Nokia innerhalb eines Jahres um ein Drittel auf 15,7 Mrd. Euro. Der Gewinn belief sich abgesehen von Sonderposten auf 0,47 Euro pro Aktie, Analysten hatten auf dieser Basis lediglich mit 0,44 Euro gerechnet. Der Konzern plant, für bis zu vier Mrd. Euro eigene Aktien zurückzukaufen und damit indirekt das Geld an seine Aktionäre auszuschütten.

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