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12.11.2013

14:52 Uhr

Nach Durststrecke

Infineon sieht sich im Aufwind

Infineon verdoppelt den Gewinn: Im Schlussquartal des Geschäftsjahres fährt Deutschlands größter Chiphersteller einen großen Erfolg ein. Auch der Umsatz legt zu. Die Dividende wird aber gleich bleiben.

Das Geschäftsjahr 2013 läuft besser als erwartet. dpa

Das Geschäftsjahr 2013 läuft besser als erwartet.

NeubibergDeutschlands größter Chiphersteller Infineon hakt die Branchenkrise für sich ab. Nach zwei Jahren mit rückläufigen Umsätze und schwächeren Margen schlägt Vorstandschef Reinhard Ploss nun den Wachstumspfad ein. Für das neue Geschäftsjahr sagte er am Dienstag ein kräftiges Einnahmenplus voraus. Vor allem seine Industriekunden investierten wieder kräftig und füllten Infineon die Auftragsbücher. Daneben brumme das Geschäft mit Leistungshalbleitern weiter. Die Bayern profitieren in dem Geschäftsfeld vom Boom der Smartphones und Handys, sie liefern unter anderem Chips für deren Ladegeräte.

Im Schlussquartal schlug sich der Aufschwung des traditionell stark zyklischen Halbleitergeschäfts bereits in den Zahlen der Bayern nieder. Der Gewinn verdoppelte sich verglichen mit dem Vorquartal nahezu auf 142 Millionen Euro. Der Umsatz legte um drei Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zu.

Für das neue Geschäftsjahr (seit Oktober) sagte Ploss voraus, der Umsatz werde von zuletzt knapp 3,9 Milliarden Euro um sieben bis elf Prozent zulegen, die operative Rendite zwischen elf und 14 Prozent liegen. Im abgelaufenen Gesamtjahr war das Ergebnis der Neubiberger aufgrund der Investitionsscheu der Großkunden in der Industrie auf 272 Millionen Euro von zuvor 427 Millionen Euro eingebrochen, der Umsatz stagnierte etwa bei 3,84 Milliarden Euro.

Ploss räumte ein, dass sein Haus die Zielrendite seines Vorgängers Peter Bauer von 15 Prozent über den mehrjährigen Chipzyklus knapp verpasst habe. Infineon strebe aber weiter nach dem Wert. „Wir wollen dorthin zurück, weil wir nur dann dem Wettbewerb aus dem globalen Umfeld die Stirn bieten können“, sagte er. „Wir bleiben dran, das ist erklärter Wille.“

Zuletzt lastete der Aufbau neuer Produktionsanlagen auf der Rendite der einstigen Siemens -Tochter. Nachdem Ploss im vergangenen Jahr das Geld beisammen hielt und weniger ausgab als geplant, dreht er nun den Investitionshahn wieder auf. Rund 650 Millionen Euro will er in neue Anlagen und die Entwicklung stecken. An der Börse kam diese Pläne und der Ausblick nicht gut an: Die Infineon-Aktie verlor im Dax bis zu fünf Prozent.

Finanzvorstand Dominik Asam verteidigte die Investitionsvorhaben. „Es ist wichtig, rechtzeitig zu investieren“, betonte er. So könne sein Haus künftig überproportional davon profitieren, wenn die Weltwirtschaft wieder stärker wachse. Zugleich suchte er die Anleger zu versöhnen. Neben einer Dividende von zwölf Cent je Aktie könne es aus der Barschaft prinzipiell auch einen Aktienrückkauf geben, stellte er in Aussicht. Andererseits wolle er genug Geld für Übernahmen auf der Kante haben. Infineon, das seit Jahren keine Firma gekauft hat, sei „auf Brautschau“.

Von

rtr

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