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12.08.2015

14:55 Uhr

Nach „Financial Times“

Pearson verkauft auch den „Economist“

Der Unternehmer-Clan Agnelli wird größter Anteilseigner des „Economist“. Nachdem das Verlagshaus Pearson bereits seine Traditionszeitung „Financial Times“ verkauft hat, gibt es nun auch das Wirtschaftsmagazin ab.

Ende Juli hatte Pearson bereits die Traditionszeitung „Financial Times“ abgegeben. ap

Eine Ausgabe der „Financial Times“

Ende Juli hatte Pearson bereits die Traditionszeitung „Financial Times“ abgegeben.

London/MailandDie 60-jährige Beteiligung an der Wochenzeitung „Economist“ ist für den britischen Pearson-Verlag Geschichte. Das Verlagshaus verkaufte nach Angaben vom Mittwoch seinen Anteil von 50 Prozent an dem Wirtschaftsmagazin für insgesamt knapp 660 Millionen Euro. Neuer Großaktionär bei dem traditionsreichen Magazin ist die italienische Industriellen-Familie Agnelli, die über die Familienholding Exor nunmehr 43,4 Prozent an dem Blatt hält. Das Geschäft solle so gestaltet werden, dass die journalistische Unabhängigkeit gewahrt bleibe, erklärte der Economist.

Einen Teil der Aktien übernimmt die Economist Group selbst. Um das zu finanzieren, soll nun das Verlagsgebäude verkauft werden. „Oberste Priorität für unsere Führung war, die Unabhängigkeit der Gruppe zu sichern“, sagte Economist-Chefaufseher Rupert Pennant-Rea. Um das zu gewährleisten, wurden auch die Regeln für Investoren geändert: Künftig darf kein Unternehmen oder keine Einzelperson mehr als die Hälfte der Economist-Aktien halten, die Stimmrechte werden sogar auf 20 Prozent begrenzt.

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Die Mediengruppe Nikkei verspricht, den britischen Charakter und die redaktionelle Unabhängigkeit der „FT“ zu wahren. Aber im Marketing und bei Inhalten soll kooperiert werden – um global gemeinsam zu wachsen.

Die Agnelli-Familie ist Großaktionär bei Fiat. Sie investiert seit einiger Zeit verstärkt in andere Bereiche, um unabhängiger von der Autobranche zu werden. Sie hat bereits Erfahrungen im Verlagsgeschäft und ist am Blatt „Corriere della Sera“ beteiligt.

Pearson hatte Ende Juli die Traditionszeitung „Financial Times“ für umgerechnet 1,2 Milliarden Euro an die japanische „Nikkei“-Gruppe abgegeben und dabei auch die „Economist“-Beteiligung zum Verkauf gestellt. Der deutsche Medienkonzern Axel Springer war im Rennen um die Wirtschaftszeitung leer ausgegangen. Pearson sieht seine Zukunft ausschließlich als Buchverlag im Bildungssektor. Bereits jetzt sind die Briten Weltmarktführer bei Lehrbüchern.

Der Economist wurde 1843 gegründet. Während viele Zeitungen darunter leiden, dass Leser und Anzeigen ins Internet abwandern, hat das meinungsstarke Magazin an Stärke gewonnen. Die Auflage liegt bei 1,6 Millionen pro Woche.

Von

rtr

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