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21.12.2012

14:54 Uhr

Nach Führungswechsel

Aktionärsschützer kritisieren Telekom-Strategie

Aktionärsschützer verlangen nach dem Führungswechsel bei der Telekom auch einen Strategiewechsel. Das Unternehmen solle das Festnetz verkaufen und sich auf dem Mobilfunk konzentrieren. Die Probleme löst dies aber nicht.

Der aktuelle und der künftige Vorsitzende der Deutschen Telekom: Rene Obermann und Timotheus Höttges. dapd

Der aktuelle und der künftige Vorsitzende der Deutschen Telekom: Rene Obermann und Timotheus Höttges.

DüsseldorfDer Führungswechsel bei der Deutschen Telekom im kommenden Jahr sollte nach Ansicht von Aktionärsschützern Anlass sein, die Unternehmensstrategie auf den Prüfstand zu stellen. „Der Führungswechsel kann eine historische Dimension bekommen, indem alte Zöpfe abgeschnitten werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, am Freitag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Er signalisierte Finanzvorstand Tim Höttges klare Unterstützung auch für unpopuläre Maßnahmen. Am besten wäre ein Verkauf des Festnetzes.

„Höttges ist der Richtige“, betonte der Aktionärsschützer. Der langjährige Weggefährte von Telekom-Chef René Obermann sei nicht nur ein Finanzexperte. Höttges habe gezeigt, dass er Vordenker des Konzerns sein könne. Die großen Themen der Deutschen Telekom hätten in jüngster Zeit in Zusammenhang mit dem Finanzbereich gestanden. „Höttges hat sich seit längerem als der geborene Nachfolger herauskristallisiert.“

Als neuer Vorstandsvorsitzender sollte er auch den Mut haben, Unmögliches zu denken. „Der Pferdefuß ist das Festnetz. Der größte Befreiungsschlag wäre ein Verkauf des Festnetzes. Denn es ist mit hohen Investitionen in Milliardenhöhe verbunden, durch die Vorgaben der Netzagentur sind aber nur geringe Ergebnisbeiträge zu erwarten. Die Zukunft liegt im Mobilfunk“, sagte Tüngler. Die Vorstellung, die Deutsche Telekom zu einem reinen Mobilfunkunternehmen umzubauen, sei aber dennoch unwahrscheinlich. Der Bund würde das als Großaktionär kaum zulassen. Es wäre zudem wahrscheinlich schwer, einen Käufer für das Festnetz zu finden.

Der Chefwechsel erfolge für die Deutsche Telekom in schwierigen Zeiten: „Die Preise fallen. Von oben kommt der Preisdruck, von unten der Kundenwunsch nach immer größeren Datenmengen“, schilderte Tüngler. Der Preisverfall und die Vorgaben der Netzagentur schlügen voll auf die Gewinne des Bonner Konzerns durch. Tüngler forderte den Vorstand auf, künftig Klartext zu reden und nicht mehr bereinigte Ergebnisse in den Vordergrund zu stellen. Der Großaktionär Bund sollte Höttges mehr Spielraum als dessen Vorgängern einräumen, damit der Konzern für die Zukunft endlich besser aufgestellt werden könne.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Sylvia

21.12.2012, 16:36 Uhr

Mich dünkt, die Telekom könnte noch froh sein um ihre vernachlässigten, altbackenen Festnetz-Kunden.

Das ist idR. nämlich ältere Kundschaft. Die ist im Forderungsfall noch gut per Anschrift greifbar. Plus, diese Kunden dürften noch relativ zuverlässige Zahler sein. Zahlungsmoral hatte dort (bisher / noch) eine höhere Qualität, würde ich vermuten?

Aber was interessiert schon späteres Forderungs-Management, nicht wahr, wenn man nur noch Umsatz-getrieben sein Säckel füllt? Dass ein GESCHÄFT erst mit der Zahlung des Endkunden wirklich abgeschlossen ist, soll wohl weiter feste negiert werden?

Dass in Spanien bereits die Handy-Verträge seitens der Verbraucher massenhaft gekündigt werden (müssen), dieses Menetekel an der Wand sieht man einfach nicht? Dass die Jugend immer weniger Geld in die Hand bekommt und bereits in jungen Jahren immer mehr verschuldet wird ... Augen feste zu und durch?

Mag sein, das funktioniert eine Weile. Jedenfalls, so lange der Steuerzahler, der kleine Mensch, - der NICHT über seine Verhältnisse gelebt hat, - diese viel zu gläubigen Gläubiger immer wieder aus ihrem selbst erwählten Sumpf ziehen muss.

Wer Unternehmen seine Strategie und seine Visionen diktieren will, möge künftig bitteschön auch die Folgen eines evtl. Scheiterns tragen! In EigenVERANTWORTUNG und möglichst klaglos! Wenn das in einer ganz realen Marktwirtschaft nun endlich möglich wäre ...

Account gelöscht!

17.01.2013, 08:46 Uhr

ich frage mich: wer kauft eine Festnetzsparte wenn es so defizitär ist?

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