Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.01.2014

10:56 Uhr

Nach Fusion

Mobilfunkpreise in Österreich steigen wieder

Mobil telefonieren in Österreich wird wieder teurer. Während sich die Kunden darüber ärgern, reagiert die Branche erleichtert. Womöglich ist die Fusion zweier Kleinanbieter für den Trend verantwortlich.

Auch Telekom Austria dürfte künftig von den steigenden Preisen profitieren. Reuters

Auch Telekom Austria dürfte künftig von den steigenden Preisen profitieren.

WienDer jahrelange Preisverfall am österreichischen Mobilfunkmarkt ist gestoppt. Nach der Fusion der beiden kleinsten Anbieter Hutchison und Orange Austria sind die Preise im vierten Quartal deutlich gestiegen, wie die zuständige Regulierungsbehörde RTR am Donnerstag mitteilte. „Es gibt einen Aufwärtstrend über alle Tarifgruppen hinweg”, sagte RTR-Chef Georg Serentschy. Im Durchschnitt sind die Mobilfunkpreise von September bis Dezember um rund zehn Prozent gestiegen - am deutlichsten bei starken Mobilfunknutzern, die mit ihrem Smartphone nicht nur telefonieren sondern auch viel im Internet surfen.

Beweisen lasse sich der Zusammenhang des Preisanstiegs mit der Fusion nicht, sagte Serentschy. „Es gibt einen zeitlichen Kontext, der ist klar. Es liegt auch nahe, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt.” Seit der Fusion gibt es in der Alpenrepublik nach dem Marktführer Telekom Austria und dem Verfolger T-Mobile nur noch einen weiteren Wettbewerber. Der Deal hatte auch in anderen Teilen Europas Aufsehen erregt, weil Österreich eines der ersten Länder war, in denen die Zahl der Mobilfunker durch einen Zusammenschluss von vier auf drei gesunken war. Das könnte auch in Deutschland mit der Fusion von E-Plus und Telefonica Deutschland passieren. Die EU-Kommission nimmt den Verkauf von E-Plus derzeit unter die Lupe.

Die größten Mobilfunker der Welt

Platz 1

China Mobile

Umsatz: 92,3 Milliarden Euro
Mobilfunkverbindungen: 790,6 Millionen

Platz 2

Vodafone Group (Großbritannien)

Umsatz: 58,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 435,9 Millionen

Platz 5

América Móvil Group (Mexiko)

Umsatz: 35,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 266,9 Millionen

Platz 6

Telefónica Group (Spanien)

Umsatz: 42,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 249,4 Millionen

Platz 3

China Unicorn

Umsatz: 29,9 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 295,0 Millionen

Platz 6

Verizon Wireless (USA)

Mobilfunkverbindungen: 114,5 Millionen (+ 5 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 65 Milliarden Dollar (+ 7 Prozent)

Platz 7

VimpelCom Group (Niederlande)

Umsatz: 15,8 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 218,2 Millionen

Platz 8

Orange Group (Frankreich)

Umsatz: 22,4 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 184,6 Millionen

Platz 9

Bharti Airtel Group (Indien)

Mobilfunkverbindungen: 259,8 Millionen (+ 7 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 12,6 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent)

Platz 10

AT&T Mobility (USA)

Mobilfunkverbindungen: 107,3 Millionen (+ 3 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 59,7 Milliarden Dollar (+ 4 Prozent)

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom landet auf Platz 12 mit 111 Millionen Kunden und einem Mobilfunkumsatz in Höhe von 33,37 Milliarden Dollar (minus drei Prozent).

Trotz des jüngsten Preisanstiegs zählen die Mobilfunkpreise in Österreich weiterhin zu den niedrigsten in Europa. Weil sie in den vergangenen Jahre kontinuierlich gesunken sind, liegen sie laut RTR immer noch zehn Prozent unter dem Niveau von Anfang 2011. Die RTR zieht bei ihrer Untersuchung Preise für neu abgeschlossene Mobilfunktarife heran.

Was die Geldbörsen der Kunden belastet, freut die Mobilfunkbetreiber: Sie klagen seit Jahren über das sinkende Preisniveau in Österreich, das ihre Erträge schmälert. Die Telekom Austria hatte bereits erklärt, sie hoffe mit einem Ende des ruinösen Mobilfunk-Preiskampfs auf stabile Erträge im laufenden Jahr. „Wenn alles gut geht, sollten wir eine Stabilisierung des operativen Gewinns (Ebitda) in Österreich sehen”, hatte Telekom-Finanzchef Hans Tschuden Ende November gesagt. Auf ihrem Heimatmarkt erwirtschaftet die Telekom mehr als die Hälfte ihrer Erträge.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×