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11.01.2012

16:14 Uhr

Nach geplatztem Verkauf

T-Mobile USA muss sich wieder selbst kümmern

Die US-Tochter der Telekom bereitet sich nach dem gescheiterten Verkauf an AT&T und neun Monaten in der Schwebe wieder auf ihr Single-Leben vor. Dem Unternehmen stehen nun erstmal kostspielige Investitionen bevor.

Der Laden des Mobilfunkanbieters T-Mobile am Times Square in New York. dapd

Der Laden des Mobilfunkanbieters T-Mobile am Times Square in New York.

Las VegasDie Telekom -Tochter T-Mobile USA richtet sich nach dem geplatzten Verkauf an AT&T wieder auf einen Alleingang ein. Noch in diesem Quartal werde T-Mobile USA eine neue Strategie vorstellen, wie es mit dem Unternehmen künftig weitergehe, sagte Philipp Humm, Chef der US-Tochter der Deutschen Telekom, auf der Computermesse CES in Las Vegas. Der Mobilfunkanbieter habe „neun Monate in der Schwebe“ gehangen - so lange hatten AT&T und Telekom für den Deal gekämpft. Nun gehe es darum, die Marke wiederzubeleben und die Kunden zu halten, sagte er. Wegen der unklaren Zukunft des Unternehmens wechselten vergangenes Jahr viele T-Mobile-Telefonierer den Anbieter. Reuters hatte über die Pläne bereits Anfang der Woche berichtet.

Der Verkauf des US-Geschäfts an AT&T, der 39 Milliarden Dollar in die Kassen der Telekom gespült hätte, war Ende Dezember am Widerstand der US-Behörden gescheitert. Seinerzeit hatte Telekom-Konzernchef Rene Obermann gesagt, dass sich die Suche nach einem neuen Käufer hinziehen werde. Deshalb müsse das Geschäft zunächst stabilisiert werden.

Eines der größten Probleme ist, dass T-Mobile USA in den nächsten Jahren sein Mobilfunknetz auf den neuen Datenfunkstandard LTE aufrüsten muss, mit dem etwa Videos auf dem Handy in HD-Qualität laufen. Das erfordere „erhebliche Investitionen“, sagte Humm, ohne Zahlen zu nennen. Teuer wird es auf jeden Fall: Der notwendige Ausbau dürfte mit bis zu neun Milliarden Dollar zu Buche schlagen, schätzte Jeffries-Analyst Ulrich Rathe. Das ist wesentlich mehr, als die drei Milliarden Dollar, die die Telekom von AT&T für die Auflösung des Vertrages als Entschädigung bekam. Zusätzlich erhält T-Mobile noch einen begrenzten Zugang zum AT&T-Mobilfunk-Netzwerk.

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