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31.07.2012

10:05 Uhr

Nach Gewinnrückgang

Infineon schwenkt auf Sparkurs um

Der Halbleiterkonzern Infineon muss im dritten Quartal einen Gewinneinbruch einstecken. Für das kommende Geschäftsjahr haben sich die Münchener ein hartes Sparprogramm auferlegt. An der Börse legen die Papiere zu.

Durch die Konjunkturkrise liegen die Umsätze bei Infineon unter Plan. dapd

Durch die Konjunkturkrise liegen die Umsätze bei Infineon unter Plan.

MünchenDer bayerische Halbleiterkonzern Infineon schlägt nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal und unsicheren Aussichten einen Sparkurs ein. In den Monaten April bis Juli sei der Gewinn gegenüber dem Vorquartal um ein Viertel auf 82 Millionen Euro geschrumpft, teilte das Unternehmen aus Neubiberg bei München am Dienstag mit. Der Umsatz habe bei 990 Millionen Euro in etwa stagniert.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres fiel der Überschuss sogar um mehr als zwei Drittel von 994 Millionen auf 289 Millionen Euro. Der Umsatz ging vom 1. Oktober 2011 bis 30. Juni 2012 um 37 Millionen auf 2,92 Milliarden Euro zurück.

Im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende September) will Infineon 430 Millionen Euro in den Ausbau seiner Produktion stecken. Im kommenden Jahr soll damit Schluss sein, die Ausgaben würden gedrosselt. Der Vorstandsvorsitzende Peter Bauer sagte, Wachstum und Marge lägen unter Plan. Grund seien die weltweiten Unsicherheiten.

„Wo wir sparen können, sparen wir jetzt. Die Kostensituation bleibt damit angesichts der aktuellen Marktlage beherrschbar“, sagte Bauer. Durch die Konjunkturkrise lägen die Umsätze unterhalb der Planung. Die Mitarbeiterzahl wird eingefroren, Investitionen werden deutlich zurückgefahren, wie Infineon mitteilte. Nachdem die weltweite Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr um 1.300 auf 26.450 gestiegen war, soll es nun keine neuen Stellen geben. In Deutschland hatte Infineon zuletzt 8.320 Beschäftigte.

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Die Aussicht auf einen Sparkurs hat die Anleger bei den Aktien des Halbleiterkonzerns zugreifen lassen. Die Papiere setzten sich mit einem Plus von knapp fünf Prozent sogar an die Dax-Spitze, nachdem sie im Frühhandel zunächst deutlich im Minus gelegen hatten. „Nach der ersten Enttäuschung über den Gewinnrückgang setzen die Anleger nun offenbar auf den angekündigten Sparkurs des Konzerns“, sagte ein Börsianer.

Für das noch zwei Monate dauernde Geschäftsjahr veranschlagte der Chiphersteller einen Umsatz von rund 3,88 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis zwischen 504 Millionen und 543 Millionen Euro. Der Dax-Konzern hatte wegen der unsicheren Konjunkturlage bereits vor einem Monat seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr gesenkt.

Nach Ende des Geschäftsjahres wird Vorstandschef Bauer am 1. Oktober die Unternehmensführung an seinen Vorstandskollegen Reinhard Ploss übergeben. Der 52-jährige Bauer leidet an der Knochenkrankheit Osteoporose und will sich verstärkt um seine Familie und seine Gesundheit kümmern. Bauer ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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