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29.04.2013

12:45 Uhr

Nach heftiger Kritik

Telekomchef Obermann verteidigt Tempobremse

Die einzige Alternative für die kritisierte Tempobremse sei eine Preiserhöhung für alle – so verteidigt René Obermann die geplanten Internet-Tarife der Telekom. Dennoch steht der Konzern weiter im Kreuzfeuer.

Telekomchef René Obermann bei einer Pressekonferenz in Bonn am 28. Februar. AP/dpa

Telekomchef René Obermann bei einer Pressekonferenz in Bonn am 28. Februar.

BerlinDie Deutsche Telekom steht auch nach heftiger Kritik zu den geplanten Daten-Obergrenzen im Festnetz. Konzernchef René Obermann verteidigte die Pläne in einem offenen Brief. „Die Alternative wäre eine Preiserhöhung für alle Kunden, die in unseren Augen weder klug noch gerecht wäre“, argumentierte Obermann in dem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Er verwies auf den rasanten Anstieg der Datenmengen und die Milliarden-Ausgaben für den Ausbau der Netze. Insgesamt plant die Telekom bis 2015 Investitionen von 30 Milliarden Euro.

Die Telekom will auch bei Flatrates im Festnetz Obergrenzen für das Datenvolumen einführen, ab dem das Tempo drastisch gedrosselt wird. Wer weiter schnell im Internet surfen will, könnte sich dann weiteres Daten-Kontingent dazubuchen. Die neue Regelung soll vom 2. Mai an in neuen Verträgen festgeschrieben werden. Tatsächlich greifen soll die Tempo-Bremse nach bisherigen Angaben nicht vor 2016.

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Mit den neuen Tarifen könnte die Telekom den neutralen Zugang zum Netz gefährden.

Obermann wies zugleich den Vorwurf zurück, die Telekom verstoße mit dem Plan gegen die Netzneutralität, weil ihr TV-Dienst Entertain nicht bei der umgeschlagenen Datenmenge mitgerechnet werde. „Die Internetdienste der Telekom wie Videoload.de, Telekom-Cloud und andere werden ebenso in das individuell verfügbare Volumen eingerechnet wie die Dienste von Wettbewerbern, wie beispielsweise Google oder Amazon.“ Entertain sei dagegen kein Internet-Dienst, „sondern eine von den Landesmedienanstalten durchregulierte separate Fernseh- und Medienplattform, für die unsere Kunden ein entsprechendes Zusatzentgelt bezahlen.“

Als Netzneutralität wird der Zugang zu Netzressourcen ohne Diskriminierung bezeichnet. Rösler hatte Mitte vergangener Woche geschrieben, Bundesregierung und Wettbewerbsbehörden würden „die weitere Entwicklung in Bezug auf eine eventuell unterschiedliche Behandlung eigener und fremder Dienste unter dem Aspekt der Netzneutralität sehr sorgfältig verfolgen“. Wie es hieß, prüfe die Bundesnetzagentur das geplante Modell bereits mit Blick auf die Netzneutralität.

Die größten Breitband-Anbieter in Deutschland (Q2 2013)

Deutsche Telekom

25 Prozent

1&1

12 Prozent

Vodafone

11,7 Prozent

Unitymedia Kabel BW

8,1 Prozent

O2/Alice

8,6 Prozent

Kabel Deutschland

6,3 Prozent

Sonstige

8,1 Prozent

Bezugsgröße: Kundenzahlen

Quelle: DSLWeb via Statista.de

Obermann kritisierte, Begriffe wie Netzneutralität würden missbraucht, um „einen Flatrate-Anspruch auf unbegrenztes Datenvolumen im Internet zu zementieren“. Angesichts der immer höheren Auslastung der Netze werde das aber nicht funktionieren - „jedenfalls nicht, solange die nötigen Milliardeninvestitionen und der Betrieb der Netze privatwirtschaftlich zu erbringen sind“.

Obermanns Brief vom vergangenen Donnerstag wurde von der Telekom am späten Sonntag im Internet veröffentlicht. Er bemängelte, dass Röslers Schreiben an ihn vergangene Woche umgehend an die Medien gelangte und verfasste die Antwort gleich als offenen Brief. Obermann ließ auch nicht aus, Rösler darauf hinzuweisen, dass auch das Wirtschaftsministerium über „diese Preisanpassung“ informiert worden war.

Die inakzeptable Datenbremse der Telekom

Video: Die inakzeptable Datenbremse der Telekom

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dpa

Kommentare (19)

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Samuel.Kirschbaum

29.04.2013, 10:23 Uhr

Fakt ist: seit 2001 warte ich beispielsweise an drei verschiedenen Standorten in Hamburg und Umgebung sowohl geschäftlich als auch privat auf die Hochgeschwindigkeits-Anbindung, die Telekom allen Anliegern versprochen hat. Jetzt, 12 Jahre später, hat uns ein anderer Anbieter ein Angebot für die Glasfaser-Verbindung gemacht, die nach vielen positiven Erfahrungen in meinem Umfeld schnell, günstig und ähnlich zuverlässig ist. Der monatliche Grundpreis bei der Telekom konnte mir nie günstiger als 50 Euro monatlich angeboten werden. Diesem steht die voraussichtliche Monatsgebühr von 20 Euro mit besserer Anbindung und gleichem Service gegenüber.

Also gibt es drei Möglichkeiten:
1. bei Telekom bleiben und die kommende Drosselung ab 2016 ertragen
2. zu einem anderen Anbieter wechseln und höhere Limits ausreizen bzw. keine Begrenzung genießen dürfen
3. die Online-Petition von Herrn Götz unterstützen oder eine eigene ausfertigen

Account gelöscht!

29.04.2013, 11:15 Uhr

"Die einzige Alternative für die kritisierte Tempobremse sei eine Preiserhöhung für alle"

Soso...ich würde sofort von denen wechseln und wenn möglich zum lokalen KAbelanbieter gehen wenn die Möglichkeit besteht.

Es kann doch nicht sein dass ich selbst aufm Dorf in Rumänien 100Mbit zum Schnäppchen bekomme während in D manche Käffer nicht mal anständig DSL bekommen, das geht nicht an!

Kommunistennazi

29.04.2013, 11:16 Uhr

Sehr geehrter Herr Obermann,

Sie erhalten die Zahlung meiner Rechnung ab sofort mit reduzierter Geschwindigkeit, da die Volumengrenze meines Kontos erreicht ist.

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