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05.02.2014

18:07 Uhr

Nach Insolvenz der FR

DuMont kämpfte 2012 mit Fehlbetrag von 112 Millionen Euro

Das Medienhaus DuMont hat 2012 rote Zahlen geschrieben, vor allem wegen der Insolvenz der Frankfurter Rundschau. Das Hauptrisiko der Mediengruppe sei damit beendet – künftig werde ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet.

Das Medienhaus M. DuMont Schauberg in Köln: Der Umsatz sank 2012 auf 671 Millionen Euro, gegenüber 710 Millionen im Vorjahr. dpa

Das Medienhaus M. DuMont Schauberg in Köln: Der Umsatz sank 2012 auf 671 Millionen Euro, gegenüber 710 Millionen im Vorjahr.

KölnDas Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg MDS („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Berliner Zeitung“) hat das Geschäftsjahr 2012 mit einem Fehlbetrag von 112 Millionen Euro abgeschlossen. Das geht aus der im Bundesanzeiger veröffentlichten Konzernbilanz hervor. Die roten Zahlen seien vor allem eine Folge von Sondereffekten und Abschreibungen im Zusammenhang mit der Insolvenz der „Frankfurter Rundschau“ (FR), sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch.

Die FR war 2012 insolvent gegangen und wurde von der Frankfurter Societät GmbH und der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ GmbH übernommen. Die FR hatte MDS zusammen mit der SPD-Medienholding ddvg gehört. Auch deren FR-Fehlbeträge sind in der MDS-Bilanz enthalten. Den Fehlbetrag ohne den auf fremde Gesellschafter entfallenden Anteil beziffert MDS auf 75 Millionen Euro. Der Umsatz sank 2012 auf 671 Millionen Euro, gegenüber 710 Millionen im Vorjahr.

Mit dem Insolvenzverfahren für die FR sei „das Hauptrisiko der Mediengruppe beendet“, heißt es in der Bilanz. Für 2013 und 2014 werde ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet. „Der Vorstand geht davon aus, dass die Printtitel weiterhin erfolgreich sein werden, jedoch mit sinkenden Umsätzen und Ergebnissen. Dennoch sind die Tageszeitungen und Anzeigenblätter die tragenden Säulen der Mediengruppe“, heißt es zur voraussichtlichen Entwicklung.

Die Zeitungskrise

Deutschland, Zeitungsland

Trotz aller Hiobsbotschaften aus der Medienbranche ist Deutschland immer noch ein Zeitungsland: Nach aktuellen Angaben des Bundesverbandes deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gibt es hier 315 lokale und regionale Abonnementzeitungen, 10 überregionale Blätter sowie 8 Straßenverkaufszeitungen, vor allem die „Bild“.

Die Auflagen sinken

Doch die meisten Blätter verlieren von Jahr zu Jahr an Auflage. Im zweiten Quartal 2013 wurden pro Erscheinungstag 20,64 Millionen Tageszeitungen verkauft, wie aus einer Erhebung der IVW hervorgeht. Das sind rund 4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Darin sind rund 0,38 Millionen E-Paper-Ausgaben enthalten. Bei den Wochenzeitungen zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab: Die verkaufte Auflage sank um rund 20.000 auf 1,73 Millionen Exemplare.

Der Werbemarkt schwächelt

Die sinkende Auflage trifft die Zeitungen gleich doppelt: Zum einen sinken die Vertriebserlöse, wenn die Verlage den Verkaufspreis nicht anheben (was in den letzten Jahren aber viele getan haben). Zum anderen verdienen sie weniger mit den Anzeigen – deren Preis richtet sich nach der Reichweite. Während der Gesamtwerbemarkt 2012 um 0,9 Prozent schrumpfte, verzeichneten die Zeitungen einen Umsatzrückgang von 9,1 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Fürs laufende Jahr erwartet der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft, dass die Verlage maximal eine schwarze Null erreichen.

Rubrikenmärkte wandern ins Netz ab

Mit Kleinanzeigen, Stellenausschreibungen und Autoanzeigen haben die Verlage jahrzehntelang gutes Geld verdient. Doch die Rubrikenmärkte sind weitgehend ins Internet abgewandert – viele der Portale gehören nicht Verlagen, sondern anderen Akteuren. Hier gibt es nur wenige Ausnahmen. Im Online-Geschäft sehr aktiv ist beispielsweise der Axel-Springer-Verlag, ihm gehören das Immobilienportal Immonet und das Stellenportal Stepstone.

Digitale Produkte gleichen Minus nicht aus

Die große Hoffnung auf den Verkauf digitaler Ausgaben hat sich bislang nicht erfüllt. Zwar verkaufen sich E-Paper immer besser, im zweiten Quartal 2013 waren es rund 380.000 Exemplare. Doch das ist zu wenig, um den Rückgang der Printauflage aufzufangen. Die Reichweite der Web-Portale steigt zwar, doch die Werbeeinnahmen gleichen das Umsatzminus nicht aus. Viele Verlage hoffen, mit Bezahlmodellen im Netz mehr Geld zu erwirtschaften.

Hoffnung auf die große Reichweite

„Gedruckt, online und mobil erreichen die Zeitungen aktuell ein Publikum, das so groß ist wie nie zuvor“, erklärt der BDZV. Auf diese Reichweite hoffen die Verleger. Als Chancen nennt der Verband das Digitalgeschäft, aber auch neue Geschäftsfelder wie Aus- und Weiterbildung oder Veranstaltungsmanagement. Allerdings haben viele Verlage mit diversen Sparrunden das Personal stark ausgedünnt – das erschwert die Umsetzung neuer Ideen.

Bezahlinhalte als Ausweg?

Immer mehr Verlage hoffen, mit Bezahlinhalten den Umsatz steigern zu können. Beim „metered model“, das etwa die „Welt“ verwendet, dürfen die Leser nur eine bestimmte Zahl an Artikeln kostenlos lesen – danach müssen sie ein Abo abschließen. Und die „Bild“ stellt nur einen Teil der Artikel kostenlos ins Netz, andere Beiträge bekommen nur zahlende Kunden zu sehen.

Bei MDS erscheinen die Abonnementzeitungen „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Kölnische Rundschau“, „Mitteldeutsche Zeitung“ und „Berliner Zeitung“ sowie die Boulevardzeitungen „Express“, „Hamburger Morgenpost“ und „Berliner Kurier“. Die tägliche Gesamtauflage liegt über einer Million. Die M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG hatte den Konzernabschluss am Montag im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Von

dpa

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