Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.08.2011

14:57 Uhr

Nach Jobs' Rücktritt bei Apple

Samsung wittert seine große Chance

Der Chefwechsel beim großen Rivalen könnte bei Samsung die Hoffnung schüren, dem US-Konzern Marktanteile abzujagen. Apple wehr sich mit Patentklagen - auch in Deutschland. Aber der Champion ist angezählt.

Die ehrgeizigen Koreaner von Samsung wollen auch bei den internetfähigen Handys die Nummer eins werden. AFP

Die ehrgeizigen Koreaner von Samsung wollen auch bei den internetfähigen Handys die Nummer eins werden.

Seoul/MünchenDie Hoffnung wächst. Nach dem Rücktritt von Steve Jobs als Vorstandschef von Apple dürfte der koreanische Rivale Samsung seine große Chance wittern, dem US-Konzern Marktanteile abzujagen. Die beiden Konzerne sind vielfach verbunden - als Konkurrenten und Geschäftspartner. So ringen sie im Markt für Smartphones und Tablet-PCs um die Gunst der Kunden und um die Hoheit über Patente. Da sieht es allerdings in einigen Ländern für Samsung nicht so gut aus.

So hat Apple im Patentstreit mit seinem Rivalen Samsung gute Aussichten in Deutschland. Die Vorsitzende Richterin im Verfahren vor dem Landgericht Düsseldorf erklärte, sie halte die einstweilige Verfügung, unter der Samsungs Tablet-PC Galaxy in Deutschland nicht verkauft werden darf, weiterhin für rechtens. Sie folgte damit der Argumentation der Amerikaner, das koreanische Gerät verletze Patentrechte. Samsung dringt indes mit seiner Linie, es habe lange vor Apples iPad ähnlich aussehende Geräte gegeben, bislang nicht durch. Es sei Dringlichkeit geboten, es gebe einen übereinstimmenden Gesamteindruck der später erschienenen Galaxy-Tabs mit Apples iPad, erklärte die Vorsitzende Richterin.

Das Gericht hatte zunächst den Vertrieb des Rechners in der ganzen Europäischen Union verboten, die Entscheidung wegen Zweifeln an der Rechtslage später allerdings vorläufig auf Deutschland begrenzt.

Die ehrgeizigen Koreaner wollen sich nicht länger mit ihrer Rolle als Zulieferer für eine beispiellose Erfolgsgeschichte begnügen. Ihr erklärtes Ziel ist es, auch im Bereich der internetfähigen Handys und Computerflundern zur Nummer eins aufzusteigen. Binnen 15 Jahren stieg Samsung etwa zum größten Hersteller von Fernsehern und Speicherchips auf und ließ dabei Branchengrößen wie Sony , Toshiba oder Philips hinter sich. Und auch im Handymarkt, den ein Jahrzehnt Nokia dominierte, arbeiten sich die Asiaten kontinuierlich nach vorn.

Sie überholten im zweiten Quartal die Finnen, mussten sich aber immer noch Apple geschlagen geben. Allerdings sind Samsungs Wachstumsraten rasant, während die Absatzzahlen von Apple nun ihren Zenit nach Analysteneinschätzungen erreichen. Im zukunftsträchtigen Smartphone-Segment legten die Koreaner binnen Jahresfrist um 500 Prozent zu. Nur Apple verkaufte immer noch eine Million Geräte mehr.

Apple scheint auch ohne den Rückschlag durch Jobs Abgang angezählt. „Samsung und LG haben ein Jahrzehnt Erfahrung in der Entwicklung von mobilen Geräten. Wenn Apple an seine Grenzen stößt, werden sie die Führung übernehmen“, urteilt Fondsmanager Jung Kyun-sik von Eugene Asset Management. „Jobs' Abschied bietet Samsung die Möglichkeit, seinen Marktanteil auszuweiten, in einer Zeit, in der Nokia zu kämpfen hat“, sagt sein Kollege Jeon Nam-joong von Consus Asset Management. Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz der Chinesen: ZTE , Huawei und die Taiwaner HTC holen kräftig auf. Samsungs Verwaltungsratschef Lee Khun-hee spornte seine Manager jüngst an, sich stärker im Bereich Software zu engagieren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×