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05.04.2012

19:28 Uhr

Nach Murdoch-Skandal

Sky News hackte E-Mail-Konten

In zwei Fällen sollen Journalisten des Nachrichtensenders Sky News private E-Mail-Konten gehackt haben. Der Sender gehört zum Medienunternehmen BSkyB, an dem Rupert Murdochs skandalumwitterte News Corp. beteiligt ist.

James Murdoch war wenige Tage vor Bekanntwerden des Skandals von seinem Chefposten bei BSkyB zurückgetreten. Reuters

James Murdoch war wenige Tage vor Bekanntwerden des Skandals von seinem Chefposten bei BSkyB zurückgetreten.

LondonDer Hackerskandal um das Medienimperium von Rupert Murdoch weitet sich aus: Der britische Nachrichtensender Sky News räumte am Donnerstag ein, sich in zwei Fällen Zugang zu E-Mail-Konten verschafft zu haben. Dies sei jedoch „redaktionell gerechtfertigt und im öffentlichen Interesse“ gewesen, erklärte der Chef der BSkyB-Tochter, John Ryley.

In einem Fall habe es sich um einen todgeglaubten Mann gehandelt, der seine Lebensversicherung kassiert habe. Im anderen habe ein Journalist die Mails von einem mutmaßlichen Pädophilen und dessen Ehefrau gehackt. Die Zeitung „Guardian“ hatte zuerst über die Vorfälle berichtet.

„Wie andere Organisationen auch, sind wir uns bewusst über die Spannungen, die sich zwischen der Justiz und verantwortungsbewusstem investigativen Journalismus ergeben können“, hieß es in der Stellungnahme. „Wir stehen zu unserem Handeln und sind der Ansicht, es war journalistisch gerechtfertigt und im Interesse der Öffentlichkeit.“ Das Hacken von E-Mails ist in Großbritannien nach dem Gesetz zum Umgang mit Computern illegal. Die zuständige Polizei teilte nach Angaben des Senders BBC mit, man untersuche den Fall. Die Aktien von BSkyB lagen nach der Enthüllung 3,4 Prozent im Minus.

Die britische Öffentlichkeit steht noch immer unter dem Eindruck des Skandals um das Murdoch-Boulevardblatt „News of the World“, dessen Journalisten Politiker, Prominente sowie Anschlags- und Entführungsopfer abgehört hatten. Murdochs Sohn James zog sich nach dem Skandal aus der Verwaltungsspitze der Mediengruppe News International und in dieser Woche auch vom Chefposten bei BSkyB zurück.

Sky News gehört zum Bezahl-Fernseh-Konzern BSkyB. Daran wiederum ist Murdochs US-Konzern News Corp. mit 39 Prozent beteiligt. Die „News of the World“ wurde nach dem Skandal im Juli vergangenen Jahres eingestellt. Zudem musste der Murdoch-Konzern Pläne fallenlassen, BSkyB vollständig zu übernehmen. Gegenwärtig überprüfen die britischen Behörden die Lizenz des Senders.

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