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23.11.2013

04:10 Uhr

Nach NSA-Skandal

Twitter setzt neue Verschlüsselungsmethoden ein

Im Kampf gegen Überwachung verstärkt der jüngst zum Börsenliebling gewordene Kurznachrichtendienst die Verschlüsselung von Nutzerdaten. Twitter folgt damit anderen Tech-Giganten wie Google und Facebook.

Twitter kämpft mit neuen Verschlüsselungsbemühungen um das Vertrauen seiner Nutzer. Reuters

Twitter kämpft mit neuen Verschlüsselungsbemühungen um das Vertrauen seiner Nutzer.

New YorkNach der Welle von Enthüllungen über die Methoden der Geheimdienste in den USA und anderen Länder bemühen sich US-Techgiganten, sich von der Staatsüberwachung zu distanzieren. Am Freitag hat der Kurznachrichtendienst Twitter angekündigt, Nutzerdaten mit neuen Methoden zu verschlüsseln, und so gegen Staatsüberwachung sicherer zu machen.

Die neu auch von Twitter eingesetzte Technologie wird bereits von Google, Facebook und Mozilla, dem Hersteller des verbreiteten Webbrowsers Firefox, eingesetzt. Auch Yahoo hat neue Sicherheitsfunktionen angekündigt, die nächstes Jahr implementiert werden sollen.

Die Verschlüsselungsmethode heißt „Forward Secrecy“ und ist seit gut zwei Jahrzehnten verfügbar. Bis vor kurzem war sie jedoch nicht weit verbreitet, weil es für Tech-Firmen kompliziert ist, sie einzusetzen und sie die Geschwindigkeit von Services verlangsamen kann. Die Methode erschwert das Knacken von Codes für große Datenmengen, da anders als bei herkömmlichen Methoden ständig neue Entschlüsselungscodes generiert werden.

Google setzt die Technologie seit zwei Jahren ein, Facebook war im Juni gefolgt. Ob auch Yahoo die Methode einsetzt, blieb in einer Ankündigung über neue Sicherheitsvorkehrungen unklar. Der verstärkte Einsatz „Forward Secrecy“ wird von der Bürgerrechtsorganisation EFF schon länger gefordert, und ist nach den Snowden-Enthüllungen drauf und dran zum Industriestandard zu werden.

Jüngst war bekannt geworden, dass der US-Geheimdienst NSA auch ohne die Einwilligung der Technologiefirmen Nutzerdaten großer Internetfirmen aufgesaugt hatte. Dies ging über die gesetzlich vorgeschriebene Weitergabe von Nutzerdaten der Firmen hinaus, deren Ausmaß dank früheren Enthüllungen des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden bekannt wurde.

Von

jar

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