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08.03.2006

13:42 Uhr

Nach Scheitern beim Fernsehen

Springer weicht ins Ausland aus

Der Axel Springer Verlag sucht nach seinem gescheiterten Einstieg ins Fernsehgeschäft neue Möglichkeiten zu wachsen. Dabei hat das Unternehmen vor allem das Ausland im Blick.

HB BERLIN. Vor allem durch Gründungen und Zukäufe im Ausland will der Herausgeber von Deutschlands größter Boulevardzeitung „Bild“ wachsen, wie der Verlag bei seiner Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Berlin mitteilte. Der Umsatzanteil des internationalen Geschäfts war von 2004 auf 2005 bereits von 15,6 auf 16 Prozent gestiegen. „Wir brauchen keine große transformierende Transaktion“, erläuterte Vorstandschef Mathias Döpfner. „Pro Sieben Sat 1 war eine besondere Gelegenheit. Wir brauchen hierfür keinen Ersatz. Profitables Wachstum heißt weiter die Devise.“

Döpfner hielt sich mit Blick auf mögliche Zukäufe alle Optionen offen. Die versuchte Übernahme von Pro Sieben Sat 1 habe gezeigt, wie weit der Verlag dabei gehen könne. „Wir gehen konsequent opportunistisch vor“, erläuterte Döpfner. Er verwies jedoch darauf, dass sich Springer vor allem als europäisches Medienhaus verstehe. Nach den guten Erfahrungen in Osteuropa stünden diese Länder weiter im Vordergrund der Expansionsstrategie. Döpfner verwies auf den gelungenen Start der Tageszeitung „Fakt“ in Polen. Der Verlag wolle prüfen, ob sich dieser Erfolg in anderen Ländern wiederholen lasse. „Aber auch Westeuropa bleibt interessant“, ergänzte Döpfner mit Verweis auf Frankreich und Spanien.

Der Verlag warnte, dass das Ergebnis 2006 im Falle hoher Investitionen deutlich geringer als 2005 ausfallen könne. Vorläufige Geschäftszahlen hatte der Konzern bereits Mitte Februar vorgelegt. Den Rekordgewinn von 231 Mill. Euro führte der Verlag auf Umsatzzuwächse im Anzeigengeschäft, Gewinne bei neuen Titeln und Einsparungen zurück. In 2004 hatte der Über schuss erst bei 147,5 Mill. Euro gelegen. Der Konzernumsatz lag mit 2,39 Mrd. Euro knapp unter dem Vorjahreswert von 2,4 Mrd. Euro.

Die Dividende soll auf 1,70 Euro steigen nach 1,20 Euro plus einer Sonderdividende von 0,25 Euro im Vorjahr.

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