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23.02.2014

15:05 Uhr

Nach Übernahme durch Facebook

Spott über WhatsApp-Ausfall

Vor wenigen Tagen verkündete Facebook die 19 Milliarden Dollar schwere Übernahme von WhatsApp. Am Samstag fiel die Smartphone-App stundenlang aus. Im Internet reagieren die Nutzer mit Häme und Spott.

WhatsApp fiel am Samstag stundenlang aus. AFP

WhatsApp fiel am Samstag stundenlang aus.

New YorkDrei Tage nach Verkündung des milliardenschweren Verkaufs an Facebook ist der Kurznachrichten-Dienst WhatsApp für mehrere Stunden ausgefallen. Die Nutzer der beliebten Smartphone-App quittierten die technische Panne mit einer Mischung aus Frustration und Galgenhumor.

Der Ausfall begann am Samstagabend deutscher Zeit und dauerte etwa vier Stunden. Um kurz nach 21 Uhr teilte WhatsApp über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, es gebe „Server-Probleme“, ohne Details zu nennen. Kurz vor Mitternacht lief WhatsApp wieder, die Betreiber entschuldigten sich: „Der Ausfall tut uns leid.“

„Jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen“, ulkte zwischendurch ein Nutzer auf Twitter. Facebook habe die Milliarden nur gezahlt, um WhatsApp abzuschalten. Andere witzelten, sie wären nach einer Übernahme durch Facebook auch „down“, also am Boden zerstört. Ein Nutzer scherzte: „WhatsApp ist zusammengebrochen, weil zu viele Nachrichten mit Alternativen verschickt wurden.“

Was an WhatsApp Kopfschmerzen bereitet

Laxer Umgang mit Datenschutz

WhatsApp überträgt die Kontakte im Adressbuch auf seine Server in den USA – in Zeiten mächtiger Geheimdienste kein angenehmer Gedanke. Hinzu kommt: Durch die Offenlegung der Handynummern erfahren andere Leute, dass man die App nutzt – zumindest, wenn sie diese auch installiert haben und im Adressbuch stehen.

Zweifel an der Verschlüsselung

Lange wurden die WhatsApp-Nachrichten unverschlüsselt übertragen. Auch an der inzwischen eingesetzten Verschlüsselungstechnologie hegen Experten Zweifel.

Sicherheitsbedenken

Schon mehrfach stand Whatsapp wegen des laxen Umgangs mit Sicherheitsfragen in der Kritik – das betrifft nicht nur die Verschlüsselung. So konnten eine Zeit lang Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden. Nach Einschätzung einer Sicherheitsfirma kann auch der Bezahlprozess ausspioniert werden.

Soziale Kontrolle

Für jeden App-Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal den Dienst genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit WhatsApp. Die App ermöglicht also eine gewisse soziale Kontrolle.

Undurchsichtige Firma

Über die Firma WhatsApp ist wenig bekannt, die Macher meiden die Öffentlichkeit weitgehend. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen. Auch der Anfang 2014 angekündigte Verkauf an Facebook stößt auf Skepsis – das Soziale Netzwerk gilt nicht wenigen als Datenkrake.

Auch diverse Fotomontagen machten bei Twitter die Runde, vom WhatsApp-Serverraum mit Party-Dekoration bis hin zu einem lächelnden Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der einen Schaltkasten kurzschließt. Auf einem anderen Foto waren die WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton mit dem Text „Wir sind in der Karibik“ zu sehen.

Erst am Mittwoch hatte Facebook den Kauf von WhatsApp für insgesamt 19 Milliarden Dollar verkündet, umgerechnet fast 14 Milliarden Euro. Das Geschäft hatte insbesondere in Deutschland Bedenken um den Datenschutz ausgelöst und so manchen Nutzer zum Umstieg auf einen anderen Mitteilungsdienst veranlasst.

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