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23.01.2014

12:35 Uhr

Nach Übernahme von Springer

Funke muss Zeitschriften verkaufen

ExklusivDie Essener Funke Mediengruppe muss vier Programmzeitschriften verkaufen, die sie gerade erst bei Springer erworben hat. Grund: Die Kartellwächter haben etwas gegen die Konzentration einzuwenden.

Funke muss einige der von Axel Springer gekauften Medientitel wieder abstoßen. Reuters

Funke muss einige der von Axel Springer gekauften Medientitel wieder abstoßen.

HamburgDie Essener Funke Mediengruppe wird sich im Zusammenhang mit dem Erwerb mehrerer Magazine und Zeitungen des Medienhauses Axel Springer von vier Programmzeitschriften trennen. Das berichtet das Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Dabei handelt es sich um die von Springer übernommenen Titel „Funk Uhr“, „Bildwoche“ und „TV neu“ sowie um das Blatt „Die Zwei“, das Funke bereits seit 2000 gehört.

Der Verlag erfüllt mit dem Verkauf Auflagen des Bundeskartellamts. Durch die Übernahme aller Programmzeitschriften Springers wird Funke Marktführer in diesem Segment. Käufer soll die Klambt-Gruppe aus Speyer sein, die bisher für Yellow Press-Titel wie „Frau mit Herz“ und Peoplemagazine wie „In“ bekannt ist. Programmzeitschriften besitzt der Verlag hingegen noch nicht. Klambt lehnt ebenso wie Funke jede Stellungnahme zu dem Thema ab.

Das Digitalgeschäft von Springer

Alles aufs Internet

Die Wurzeln der Axel Springer AG liegen im Zeitungsgeschäft, doch Konzernchef Mathias Döpfner setzt voll auf das Internet. Er verkaufte die traditionsreichen Regionalzeitungen „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ wie auch die TV-Zeitschrift „Hörzu“ an die Funke-Gruppe. Die Einnahmen will Döpfner ins Digitalgeschäft investieren. Schon jetzt ist der Konzern hier sehr aktiv – nicht nur mit seinen Medienmarken.

Digitaler Journalismus

„Bild“ und „Welt“ sind im deutschsprachigen Internet wichtige Adressen. Die Axel Springer AG bietet einen Teil der Inhalte kostenlos an, hofft aber, den Umsatz mit Bezahlschranken zu steigern. Bei der „Welt“ können Nutzer nur 20 Artikel im Monat kostenlos lesen – ab dem 21. Text müssen sie ein Abo abschließen. Die Online-„Bild“ setzt auf das Freemium-Modell: Ein großer Teil der Inhalte ist kostenlos, für bestimmte Geschichten müssen die Leser zahlen.

Rubrikenanzeigen

Rubrikenanzeigen wandern mehr und mehr ins Internet ab. Die Axel Springer AG will mit Portalen für Immobilien, Jobs und Autoverkäufe von diesem Trend profitieren. Zu den Tochterfirmen gehören beispielsweise Immonet, das Stellenportal Stepstone und das Städteportal meinestadt.de.

Digitale Werbeprospekte

Der Zeitung liegen oft gedruckte Werbeprospekte bei – mit der Tochterfirma Kaufda übertragt Springer das Konzept ins digitale Zeitalter. Nutzer können die Broschüren der Einzelhändler aus ihrer Stadt gebündelt aufrufen und durchsuchen.

Online-Werbung

Mit der Mehrheitsbeteiligung Zanox ist Springer im Online-Marketing aktiv. Der Dienstleister vermittelt über seine Plattform Werbung – Provisionen bekommt er, wenn ein Geschäft zustande kommt. Deswegen ist auch vom erfolgsbasierten Online-Marketing die Rede. Zanox ist nicht nur in Europa, sondern auch in den USA aktiv.

Preisvergleiche

Das Portal idealo.de vergleicht Preise und bündelt Testberichte und Nutzermeinungen zu Produkten. Aktiv ist es in etlichen europäischen Ländern sowie in den USA. Springer gehören 74,9 Prozent des Unternehmens.

Konkurrenz setzt auf Handel und Spiele

Auch andere Medienhäuser suchen nach neuen Einnahmequellen – und entfernen sich dabei noch weiter vom Stammgeschäft. Burda etwa setzt auf den Online-Handel, unter anderem mit Tierfutter. Die TV-Kette Prosieben Sat.1 investiert in Online-Spiele.

Den Verkauf der Springer-Blätter „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“ an Funke hat das Bundeskartellamt bereits genehmigt. Ein weiterer Bestandteil des Funke-Springer-Deals gilt dagegen als problematisch: Dass die Wettbewerbshüter zwei Gemeinschaftsunternehmen, mit denen beide Medienhäuser ihre Blätter vermarkten und vertreiben wollen, anstandslos durchwinken, halten nicht wenige Branchenkenner für ausgeschlossen.

Von

khr

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