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04.02.2008

15:41 Uhr

Nach Übernahmeangebot für Yahoo

Google macht Microsoft Probleme

Google -Chef Eric Schmidt hat Zeitungsberichten zufolge Yahoo -Chef Jerry Yang in einem Telefongespräch Unterstützung gegen das unaufgeforderte Gebot von Microsoft angeboten. Der Suchmaschinenriese setzt viele Hebel in Bewegung, um Microsoft Probleme zu machen. Doch das von Bill Gates gegründete Unternehmen scheint sein Ziel sehr entschlossen zu verfolgen.

Projektionen von Google- und Yahoo-Schriftzügen sind in der New Yorker Niederlassung von Google zu sehen. Google reagierte auf die Übernahmeangebot von Microsoft für Yahoo. ap ap

Projektionen von Google- und Yahoo-Schriftzügen sind in der New Yorker Niederlassung von Google zu sehen. Google reagierte auf die Übernahmeangebot von Microsoft für Yahoo. ap

HB MOUNTAIN VIEW/SEATTLE. Microsoft wird für den Bargeld-Anteil seines Gebotes für Yahoo wohl zum ersten Mal in seiner Geschichte Schulden aufnehmen. Dies sagte Finanzchef Chris Liddell am Montag. "Wenn Sie sich den Bar-Anteil anschauen, das werden mehr als 20 Mrd. Dollar sein", erklärte er. "Wir könnten das meiste davon durch unsere Barreserven bezahlen, aber es ist wahrscheinlich, dass wir uns tatsächlich zum ersten Mal etwas leihen." Microsoft hatte Ende vergangener Woche 45 Mrd. Dollar für Yahoo geboten.

Auch nach dem Gespräch zwischen den Chefs von Google und Yahoo gilt es dem » "Wall Street Journal" zufolge als unwahrscheinlich, dass Google - im Internetgeschäft Erzrivale von Microsoft - selbst für Yahoo bieten will, weil dies wohl kartellrechtlich bedenklich sei. Google besitzt bereits einen großen Anteil am Online-Werbemarkt. Allerdings könnte Google eine Rolle spielen, wenn es darum geht, ob andere Unternehmen Microsoft überbieten können oder bei der Frage, ob Yahoo unabhängig bleibt. Google könne beispielsweise einen Outsourcing-Vertrag mit Yahoo im Werbe-Bereich schließen und so dem Internetportalbetreiber einen beständigen Umsatz garantieren.

Laut der » "New York Times" nahmen Google -Manager am Wochenende beispielsweise Kontakt zu Time Warner auf, um zu klären, ob das Unternehmen ein Gegenangebot plane und wie Google diesen gegebenenfalls unterstützen könnte. Google ist mit fünf Prozent am Unternehmen AOL beteiligt, das mehrheitlich Time Warner gehört.

Der Board von Yahoo hat bisher offiziell noch keine Stellung zu der Microsoft -Offerte bezogen, auch gibt es bislang keine Konkurrenzofferten. In einem Schreiben von Yahoo an die Mitarbeiter hieß es: "Wir wollen betonen, dass absolut keinerlei Entscheidungen getroffen wurden. Und anders als manche glauben machen wollen, ist auch noch kein Integrationsprozess auf dem Weg." Microsoft hatte am Freitag 44,6 Mrd USD für das Unternehmen geboten. Die Übernahme wäre die bisher größte innerhalb der Internet-Branche.

Ein Google -Sprecher wollte keinen Kommentar dazu abgeben, ob sein Unternehmen Interesse an Yahoo oder Kontakt zum Wettbewerber aufgenommen hat. In einem » Blog vom Sonntag stellte Google in Frage, ob eine Yahoo -Übernahme Microsoft nicht zu viel Macht verleihen würde, die missbraucht werden könnte. Die angestrebte Fusion werfe "beunruhigende Fragen" etwa zur Offenheit des Internets und zu möglicherweise unrechtmäßigem Einfluss im Web auf, warnte Googles Chef-Jurist David Drummond am Sonntag. "Könnte Microsoft nun versuchen, den gleichen unangemessenen und unrechtmäßigen Einfluss über das Internet auszuüben wie beim PC?", schrieb Drummond. "Könnte der Kauf von Yahoo! Microsoft - trotz seiner Vorgeschichte von ernsthaften Verstößen gegen Gesetze und Wettbewerbsrecht - erlauben, unfaire Praktiken bei Browsern und Betriebssystemen auf das Internet auszudehnen?"

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