Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.09.2011

19:44 Uhr

Nach Übernahmeangebot

WAZ-Großaktionärin lässt Springer auflaufen

Die WAZ-Gruppe könnte vor einer feindlichen Übernahme stehen. Axel Springer unterbreitete dem Essener Konzern ein Angebot. Doch WAZ-Großaktionärin Grotkamp wies die Offerte brüsk zurück. Wie wird Springer nun reagieren?

Eine "Bild"-Zeitung und zwei Ausgaben der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). dapd

Eine "Bild"-Zeitung und zwei Ausgaben der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ).

Berlin/Essen/HamburgÜberraschende Wendung am deutschen Medienmarkt: Die Axel Springer AG will Teile der WAZ-Gruppe kaufen, in der mehr als 27 Tageszeitungen mit mehr als 2,5 Millionen Exemplaren Auflage und zahlreiche Zeitschriften in ganz Europa erscheinen. Eine Springer-Sprecherin bestätigte am Freitag in Berlin im Wesentlichen einen entsprechenden Bericht des „Manager Magazins“. Die WAZ äußerte sich nicht näher, dementierte die Meldung aber auch nicht. Eine WAZ-Teileignerin lehnte das Springer-Angebot bereits ab. Der Testamentsvollstrecker der anderen WAZ-Gründerfamilie, Peter Heinemann, ließ sich in Anlehnung an einen Bibelspruch zitieren: „Prüfet alles und behaltet das beste.“

Kommentar: Springer spielt Monopoly

Kommentar

Springer spielt Monopoly

Eine Komplettübernahme der Essener WAZ-Gruppe geht kartellrechtlich höchstwahrscheinlich nicht. Doch wenn der Berliner Medienkonzern Axel Springer nur nach Teilen greift, hat er sein Problem mit dem Kartellamt gelöst.

Die WAZ-Gruppe ist mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro einer der größten Regionalzeitungsverlage Europas. Die Gruppe gehört zu jeweils 50 Prozent den Nachkommen ihrer Gründer: den drei Töchtern von Jakob Funke und den drei Enkelkindern von Erich Brost mit Heinemann als Testamentsvollstrecker. Funke-Tochter Petra Grotkamp hatte den Brost-Erben Ende August das Angebot gemacht, deren Hälfte am Verlag zu übernehmen.

Grotkamp ließ über einen Anwalt erklären, sie weise die Offerte „nachdrücklich zurück“. Grotkamp werde sich nicht an Transaktionen beteiligen, „welche eine Zerschlagung der WAZ-Mediengruppe oder die Veräußerung dieser Gruppe zum Inhalt oder zur Folge haben“. Die gesamt Funke-Gruppe ließ erklären, sie sei derzeit an einem Verkauf auch von Geschäftsanteilen der WAZ-Gruppe nicht interessiert. „Daher ergeben sich keine Verhandlungsmöglichkeiten mit der Axel Springer AG“, erläuterte Sprecher Klaus Schubries.

Springer bewertet die gesamte WAZ-Gruppe laut dem Bericht mit 1,4 Milliarden Euro. Was sich daraus für den Kaufpreis einzelner Unternehmensteile ergebe, sei noch offen. Es sei ein „unverbindliches Angebot“, betonte die Sprecherin. Es stehe unter dem Vorbehalt der Überprüfung durch das Kartellamt und einer wirtschaftlichen Prüfung des Unternehmens. Das Magazin beruft sich auf ein Schreiben des Springer-Chefs Mathias Döpfner an die WAZ-Eigner und Heinemann. Ein Gebot für die ganze Gruppe schließt Döpfner demnach nicht aus, wobei er auf „große kartellrechtliche Hürden“ hinweist. Die Zeitungen und Zeitschriften der WAZ-Gruppe hätten „auch langfristig...eine attraktive Zukunft“, zitiert das „Manager Magazin“ Döpfner. Die Springer-Aktie reagierte mit einem Kursrutsch auf die Nachrichten und schloss am Abend mit 2,35 Prozent im Minus bei 25,925 Euro.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

gehtsnoch

30.09.2011, 18:19 Uhr

Hurraaaa, so sieht freie Presse aus. Ich hätte auch schon einen schönen Namen für diese globale Medienwelt. "Neues Deutschland" Nachrichten aus Politik, Inland, Ausland, Wirtschaft, Sport und Feuilleton aus ganz neutraler Sicht unter der Aufsicht des BND.

Account gelöscht!

30.09.2011, 19:29 Uhr

BND? Die Frage ist nach dem SPD-Medienkonzern, der so schöne Anzeigen macht.

pudelfriseur

01.10.2011, 07:32 Uhr

air döpfner fliegen die felle davon,denn der kurs seiner aktie ist im freien fall.

hier wird story gemacht und blind aufgetrumpft,
um den dramatischen kursverfall der aktie aufzuhalten.

wie will denn der springer verlag den kauf stemmen.über die dividenden fließen jahr für jahr die liquiden mittel ab,döpfners PIN pleite ist immer noch nicht verkraftet und die überteuerten zukäufe im digitalbereich fressen die liquidität des schwindsüchtigen blockbusters bild auf.

im übrigen wären die WAZ erben mit dem klammerbeutel gepudert erbschaftssteuerschädlich teile des ladens oder den laden insgesamt an springer zu verkloppen , übrigens kein verläßlicher partner,siehe dogan türkei.

eine derart vorgetragene interessenbekundung an einem wettbewerber ist völlig ungewöhnlich in diskreten top
unternehmenskreisen und für deren lenker,und ist eher ein hilferuf und zeichen verzweifelter hyperaktivität.

nimmt sich der vorstandsvorsitzende nun bohlen zum vorbild.



matze sucht immer noch den großen befreiungsschlag,um nicht in die geschichte als p i n pleitier und bauchladenbesitzer überteuert eingekaufter digitalunternehmen und damit abwärtsgarant des hauses springer einzugehen

als aktionär bekommt man sehnsucht nach axel caesar und ebenso frägt man sich ob elfriede springer ihren zauberlehrlin nicht besser ins ewig währende sabbathjahr schickt und der sich dann seinen neigungen und andern schönen dingen widmet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×