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31.07.2012

22:07 Uhr

Nachrichtenanbieter

Europa-Geschäft lässt Thomson Reuters schwächeln

Thomson Reuters wirtschaftet in einem schwierigen Umfeld. Nichtsdestotrotz sei das Unternehmen bei seinen Jahreszielen auf Kurs, so Konzernchef Smith. Anleger waren offenbar aber nicht überzeugt.

Das Geschäft von Thomson Reuters beruht auf einem Abonnentenmodell. dapd

Das Geschäft von Thomson Reuters beruht auf einem Abonnentenmodell.

New YorkDer Nachrichten- und Informationsanbieter Thomson Reuters sieht sich nach einem Umsatzanstieg im zweiten Quartal bei seinen Jahreszielen auf Kurs, warnt jedoch vor den Auswirkungen des schwierigen Umfeldes in Europa. Vor allem das Geschäft mit Informationsprodukten für Steuerkanzleien und das Rechnungswesen verhalfen Konzern zu einem robusten Umsatzplus. Der operative Gewinn im Kerngeschäft sank jedoch um acht Prozent auf 617 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Thomson-Reuters-Aktien verloren an der Börse in New York knapp zwei Prozent.

Die Sparte "Financial & Risk", die unter anderem das Nachrichtengeschäft mit Finanzmarktkunden umfasst, wies für das zweite Quartal einen Absatzrückgang aus. Es gab also mehr Kündigungen als Neugeschäft. Angesichts der Lage in Europa werde dies vermutlich bis zum vierten Quartal auch so bleiben, teilte das Unternehmen mit. Das Geschäft von Thomson Reuters beruht auf einem Abonnentenmodell. Vor allem in Europa und bei großen Banken sei das Umfeld schwieriger als zu Jahresanfang erwartet, sagte Konzernchef James Smith. Im zweiten Quartal fiel der Umsatz bei Financial & Risk um ein Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Europa steht für 40 Prozent des Umsatzes der Sparte. Großbanken wie Morgan Stanley, Goldman Sachs oder die Deutsche Bank hatten zuletzt weitere Kostenkürzungen angekündigt, etwa über Stellenstreichungen. Sie reagieren auf die Auswirkungen der Schuldenkrise und Kosten für eine strengere Bankenregulierung.

Insgesamt legte der Umsatz im Konzern auf vergleichbarer Basis und vor Währungseffekten um drei Prozent zu auf 3,2 Milliarden Dollar und damit so stark wie von Experten erwartet. Den höchsten Zuwachs verzeichnete die Sparte für Steuerkanzleien und Rechnungswesen: Der Umsatz wuchs dort organisch, also ohne Zu- oder Verkäufe sowie Währungseffekte, um fünf Prozent auf 283 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr will Thomson Reuters den Umsatz im Konzern nach wie vor im "niedrigen einstelligen" Prozentbereich steigern. "Wir sind auf Kurs", sagte Smith.

Der bereinigte Gewinn stieg verglichen zum Vorjahresquartal je Aktie um drei Cent auf 54 Cent. Hier hätten sich die nun weggefallenen Integrationskosten für die Fusion der Unternehmen Thomson und Reuters vor vier Jahren bemerkbar gemacht. Auch sei die steuerliche Belastung gesunken. Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 50 Cent je Aktie gerechnet.

Die Zahl der beim Kunden installierten Eikon-Bildschirme erhöhte sich verglichen zum ersten Quartal um rund 20 Prozent auf mehr als 19.000. Eikon ist eines der wichtigsten neuen Produkte des Konzerns für Finanzmarktkunden. Konkurrenten auf diesem Markt sind der US-Anbieter Bloomberg sowie FactSet Research Systems.

Von

rtr

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