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23.04.2014

10:53 Uhr

Nachrichtendienst

WhatsApp knackt die halbe Milliarde

Die Übernahme durch Facebook scheint der Beliebtheit nicht zu schaden: WhatsApp erreicht als erster Smartphone-Nachrichtendienst mehr als 500 Millionen Menschen. Der Datenschutz bleibt aber weiterhin ein Problem.

Gemeinsam haben sie es geschafft: Facebook erreicht mit seinem Nachrichtendienst WhatsApp nun über eine Milliarde Menschen weltweit. AFP

Gemeinsam haben sie es geschafft: Facebook erreicht mit seinem Nachrichtendienst WhatsApp nun über eine Milliarde Menschen weltweit.

Mountain ViewWeltweit nutzen 500 Millionen Menschen regelmäßig den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Die meisten Neukunden habe das Unternehmen in den vergangenen Monaten in Ländern wie Brasilien, Indien, Mexiko und Russland gewonnen, teilte WhatsApp am Dienstag in einem Blogeintrag mit. Täglich würden zudem mehr als 700 Millionen Fotos und 100 Millionen Videos verschickt.

In Deutschland nutzen nach jüngsten Angaben von WhatsApp-Manager Neeraj Arora etwa 32 Millionen Menschen den Kurznachrichtendienst. Das entspricht etwa 70 Prozent der Smartphone-Nutzer in der Bundesrepublik.

Was an WhatsApp Kopfschmerzen bereitet

Laxer Umgang mit Datenschutz

WhatsApp überträgt die Kontakte im Adressbuch auf seine Server in den USA – in Zeiten mächtiger Geheimdienste kein angenehmer Gedanke. Hinzu kommt: Durch die Offenlegung der Handynummern erfahren andere Leute, dass man die App nutzt – zumindest, wenn sie diese auch installiert haben und im Adressbuch stehen.

Zweifel an der Verschlüsselung

Lange wurden die WhatsApp-Nachrichten unverschlüsselt übertragen. Auch an der inzwischen eingesetzten Verschlüsselungstechnologie hegen Experten Zweifel.

Sicherheitsbedenken

Schon mehrfach stand Whatsapp wegen des laxen Umgangs mit Sicherheitsfragen in der Kritik – das betrifft nicht nur die Verschlüsselung. So konnten eine Zeit lang Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden. Nach Einschätzung einer Sicherheitsfirma kann auch der Bezahlprozess ausspioniert werden.

Soziale Kontrolle

Für jeden App-Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal den Dienst genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit WhatsApp. Die App ermöglicht also eine gewisse soziale Kontrolle.

Undurchsichtige Firma

Über die Firma WhatsApp ist wenig bekannt, die Macher meiden die Öffentlichkeit weitgehend. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen. Auch der Anfang 2014 angekündigte Verkauf an Facebook stößt auf Skepsis – das Soziale Netzwerk gilt nicht wenigen als Datenkrake.

Der Kauf von WhatsApp durch Facebook für insgesamt 19 Milliarden Dollar hatte zuletzt bei vielen Kunden Sorgen um den Datenschutz ausgelöst. Seitdem stehen WhatsApp-Alternativen wie Threema, Line oder Kik Messenger auf vorderen Plätzen in den internationalen Verkaufscharts des iTunes-Stores von Apple und des Play-Stores von Google für Android.

Von

dpa

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