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08.12.2015

09:54 Uhr

Netflix

Streamingdienst will mehr als 30 Serien selbst produzieren

Netflix expandiert in immer mehr Länder. Der Streamingdienst aus den USA will neue Kunden besonders mit exklusiven Serien ködern. Die Zahl der Produktion wird nun annähernd verdoppelt.

Die Schauspielerin posierte bei der Premiere von Netflix' „A Very Murray Christmas“. ap

Miley Cyrus

Die Schauspielerin posierte bei der Premiere von Netflix' „A Very Murray Christmas“.

San FranciscoDer US-Streamingdienst Netflix will seine Eigenproduktionen im kommenden Jahr verdoppeln. Dieses Jahr habe Netflix 16 eigene Serien produziert, 2016 werde diese Zahl auf 31 steigen, teilte das Unternehmen auf einer Analystenkonferenz am Montag mit. Die Eigenproduktionen und die Expansion in immer mehr Länder sind die großen Kostenblöcke bei Netflix – ziehen aber auch immer mehr Abonnenten weltweit an.

Netflix ist bereits in mehr als 50 Ländern zu empfangen – Ende 2016 will das Unternehmen in allen Ländern der Welt präsent sein. Die Zahl der Nutzer im Quartal von Juli bis September lag bei mehr als 69 Millionen.

Laut dem Branchendienst Sandvine aus Kanada ist Netflix in Nordamerika der mit Abstand meistgeschaute Streamingdienst. Netflix hat demnach einen Anteil von 37 Prozent am Datenverkehr fester Internetanschlüsse in der abendlichen Primetime. Youtube kommt laut Sandvine auf 17,9 Prozent, Amazon Video auf 3,1 Prozent.

Alles rund um Netflix

Alternative zu den Videotheken

Die Netflix-Gründer Reed Hastings und Marc Randolph wollte eine Alternative zu den Videotheken aufbauen. 1997 fingen sie an, DVDs online zu verleihen – ohne Säumnisgebühren, die viele Nutzer nervten. Später führte das Unternehmen eine Flatrate ein.

Online-Dienst als zweites Standbein

2007 führte das Unternehmen einen Online-Dienst ein, Nutzer konnten die Filme auch übers Internet streamen. Für dieses Nebenprodukt verlangt Netflix seit 2011 auch Geld – erst empörten sich die Nutzer darüber, dann arrangierten sie sich damit.

Den Vorlieben der Nutzer auf der Spur

Netflix hat einen Algorithmus entwickelt, um die Vorlieben der Nutzer genau erfassen und passende Genres vorschlagen zu können. Das Unternehmen wertet zudem aus, welche Serien und Filme besonders häufig illegal heruntergeladen werden.

Einladung zum „Binge Watching“

Der Online-Dienst bietet alle Folgen einer Serie auf einen Schlag an – wer will, kann beispielsweise ein ganzes Wochenende mit der neuen Staffel von „House of Cards“ verbringen. Experten sprechen vom „Binge Watching“, also einer Art „Koma-Gucken“.

Schlagzeilen mit Eigenproduktionen

Netflix bietet größtenteils bereits ausgestrahlte Filme und Serien an, bemüht sich aber verstärkt um Eigenproduktionen. Die bekannteste ist wohl die hochgelobte Politserie „House of Cards“ mit Schauspieler Kevin Spacey. Auch Anbieter wie Amazon gehen inzwischen diesen Weg.

Expansion jenseits der USA

Der Heimatmarkt ist nicht genug: Netflix expandiert seit einigen Jahren, der Dienst ist bereits in Kanada, Südamerika, Großbritannien und den Niederlanden verfügbar. 2014 kamen diverse Länder hinzu, darunter Deutschland.

Dem Branchendienst zufolge ist das Streaming von Filmen und Musik in den vergangenen fünf Jahren förmlich explodiert: In Nordamerika hat das Streaming in der Primetime am Abend einen Anteil von 70 Prozent am Internet-Datenverkehr, vor fünf Jahren waren es weniger als 35 Prozent.

Streaming Dienst Netflix setzt auf Investition

Video: Streaming Dienst Netflix setzt auf Investition

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afp

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