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14.08.2013

09:11 Uhr

Netzbetreiber

Kabel Deutschland steigert Umsatz und Gewinn

Der deutsche Kabel-Marktführer steht vor der Übernahme durch Vodafone. Zum Auftakt seines Geschäftsjahres legt Kabel Deutschland bei Umsatz und Gewinn noch einmal zu, bleibt aber hinter den Erwartungen der Analysten.

Der Netzbetreiber Kabel Deutschland steigert Umsatz und Gewinn. dpa

Der Netzbetreiber Kabel Deutschland steigert Umsatz und Gewinn.

FrankfurtVor der Übernahme durch Vodafone gibt Kabel Deutschland nochmal richtig Gas. Der Betriebsgewinn (bereinigtes Ebitda) legte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013/14 um vier Prozent auf 217 Millionen Euro zu, wie der deutsche Kabel-Marktführer am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz zog binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 464 Millionen Euro an.

Getrieben ist das Wachstum vor allem durch Kunden, die über ihren Kabelanschluss ins Internet gehen: Ihre Zahl stieg in den vergangenen drei Monaten um 71.000 auf gut zwei Millionen. Jedoch verfehlte Kabel Deutschland die Markterwartungen. Von Reuters befragte Analysten hatten für den Drei-Monats-Zeitraum im Schnitt bei 472 Millionen Euro Umsatz mit 226 Millionen Euro Ebitda gerechnet.

Wichtige Fragen und Antworten zum Vodafone-Deal

Was genau hat Vodafone vor?

Vodafone wird Kabel Deutschland komplett übernehmen. Der britische Telekommunikationskonzern hatte dazu 87 Euro je Kabel-Deutschland-Aktie geboten. Damit bewerteten die Briten den deutschen Kabelanbieter mit insgesamt 10,7 Milliarden Euro. Die Übernahme soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

Warum ist Vodafone an Kabel Deutschland interessiert?

Kabel Deutschland hat eine gut ausgebaute Infrastruktur: Das Unternehmen ist in 13 der 16 Bundesländer aktiv und hat 8,5 Millionen Kunden. Die Kabel reichen bis in die Wohnungen der Kunden und sind nicht nur für Fernsehen, sondern auch für Internetanschlüsse gut geeignet. Kabel Deutschland bietet schon jetzt Telefon- und Internetanschlüsse. 75 Prozent aller Neukunden hierzulande entscheiden sich bei schnellen Internetanschlüssen mittlerweile für Kabelnetz-Betreiber.

Was ist der Unterschied zwischen DSL- und Kabelanschlüssen?

Technisch ist das natürlich etwas anderes, für den Kunden ist es aber letztlich kein großer Unterschied. Über das Telefon- wie über das Fernsehkabel können Internetdaten übertragen werden. Fernsehkabel sind sogar besonders schnell. Anrufe laufen bei Kabelanschlüssen über Internettelefonie - das ist aber selbst bei Telekom-Anschlüssen mittlerweile teilweise so. Kunden haben weiterhin eine klassische Telefonnummer und ihr normales Telefon.

Was haben die Unternehmen gemeinsam vor?

Die Grundzüge haben Vodafone und Kabel Deutschland bereits in einer „Grundsatzvereinbarung“ geregelt. Kabel Deutschland soll demnach als eigenständiges Unternehmen mit Zentrale in Unterföhring bei München erhalten bleiben. Die Geschäftsfelder sollen aufgeteilt werden: Kabel Deutschland verantwortet das gesamte Festnetz-Geschäft beider Unternehmen; Vodafone soll das Mobilfunk-Geschäft verantworten.

Was bedeutet das für die Kunden von Kabel Deutschland und Vodafone?

Vodafone hat zwar selbst ein Festnetz, das meist entlang der großen Bahnstrecken in Deutschland verläuft. Die letzten Meter der Leitungen bis in die Wohnung der Kunden muss das Unternehmen in den meisten Fällen aber bei der Deutschen Telekom mieten. Wo es geht, sollen die Kunden nun künftig per Fernsehkabel angeschlossen werden. Leitungen von der Telekom wollen die Unternehmen nur noch dort mieten, wo Kabel Deutschland keine Leitungen bis die Wohnung verlegt hat.

Sind auch Bestandskunden von den Änderungen betroffen?

Die Umstellung von der Telefon- auf die Kabeldose wird zunächst vermutlich vor allem Neukunden betreffen. Aber auch alte Kunden sollen voraussichtlich umgestellt werden: „Die Idee ist, unsere Netzinfrastruktur bestmöglich zu nutzen. Dann dürften auch Kunden migriert werden“, sagt eine Kabel-Deutschland-Sprecherin. Denkbar ist ebenso, dass Nutzer des Kabel-Deutschland-Internetangebotes, das bislang im Netz von O2 (Telefónica) betrieben wird, dann auf Vodafone umgestellt werden.

Für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte das Münchner Unternehmen seine Prognose. Der Umsatz soll im Geschäftsjahr 2013/14, das bis Ende März läuft, um acht Prozent wachsen, die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) soll auf 48 von 47,1 Prozent im Vorjahr steigen. Vodafone hat für Kabel Deutschland ein - inklusive Schulden - knapp elf Milliarden Euro schweres Kaufangebot auf den Tisch gelegt. Die Aktionäre haben nun bis zum 11. September Zeit, ihre Anteilsscheine zu verkaufen. Parallel dazu solle die Fusion noch diesen Monat bei der EU zur Kartellprüfung angemeldet werden, sagte Finanzchef Andreas Siemen.

Falls die Wettbewerbshüter den Zusammenschluss erlauben, solle der Deal im Frühjahr 2014 in trockenen Tüchern sein, führte er aus. Damit entsteht ein Anbieter, der der Deutschen Telekom erstmals in ihrer Geschichte sowohl im Festnetz wie auch im Mobilfunk Konkurrenz macht.

Von

rtr

Kommentare (1)

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E-Plus-Fan

23.08.2013, 13:24 Uhr

Da ist es also raus.

Das Festnetz soll von München aus betreut werden.
Damit dürfte Eschborn als Reststandort auch zügig abgewickelt sein! Arbeitsplätze in München für die Eschborner anbieten. So könnte man da den Rest noch loswerden.

Den gesamten Netzbetrieb selbstverständlich aber aus Rumänien machen. Das sichert Qualität und gute Connect-Test-Ergebnisse.

Das dauert diesmal keine 4 Jahre mehr bis VF aus 14.500 MA weniger als 10.000 gemacht haben wird!

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