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21.05.2012

10:44 Uhr

Netzbetreiber

Kabel Deutschland übernimmt Tele Columbus

Kabel Deutschland hat sich den Rivalen Tele Columbus geschnappt - für rund 618 Millionen Euro. Tele Columbus ist vor allem im Großraum Berlin und Ostdeutschland aktiv. Für die Ex-Eigentümer lohnt sich die Transaktion.

Kabel Deutschland übernimmt den kleineren Rivalen Tele Columbus. dpa

Kabel Deutschland übernimmt den kleineren Rivalen Tele Columbus.

MünchenNach einer längeren Hängepartie übernimmt der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland den kleineren Rivalen Tele Columbus. Die Bayern zahlen dafür gut 600 Millionen Euro an die bisherigen Eigentümer, ein Konsortium von Fonds und Banken, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Tele Columbus ist vor allem im Großraum Berlin und Ostdeutschland aktiv und zählte zuletzt 1,7 Millionen Kunden. Bei einem Jahresumsatz von 218 Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen zuletzt einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 81 Millionen Euro.

Die Verhandlungen über den Deal hatten sich hingezogen, neben Kabel Deutschland interessierten sich auch die Deutsche Telekom und Unity Media für das Unternehmen. Tele Columbus war einer der letzten größeren Kabelanbieter, die noch zu haben waren. Analysten und Branchenexperten schätzen die Synergien für Kabel Deutschland positiv ein. Tele Columbus bezog schon bisher teilweise seine Fernsehprogramme von Kabel Deutschland. Der Finanzchef der Berliner, Frank Posnanski, pries den Einstieg des deutschen Marktführers.

„Gezielt haben wir uns nach umfangreichen Gesprächen und sorgfältiger Vorbereitung für Kabel Deutschland als strategischen Partner entschieden. Aufgrund seines hervorragenden Produktportfolios, komplementärer Netzstrukturen und seiner Finanzkraft ist dieser Anbieter für die zukünftige Zusammenarbeit besonders geeignet und bietet uns auch langfristig beste Perspektiven“, erklärte er. Sein Haus ist mit dem Kauf auch seinen Schuldenberg von 600 Millionen Euro los.

Nun muss das Kartellamt einen Blick auf den Kauf werfen. In dem Netzgeschäft schaut die Behörde traditionell sehr genau hin. Die Bonner Beamten stehen Übernahmen in der Kabelbranche sehr skeptisch gegenüber und lassen sich bei ihren Entscheidungen nicht in die Karten schauen. Die Expansionsbestrebungen des in 13 Bundesländern vertretenen Marktführers Kabel Deutschland, der Ende 2011 rund 8,7 Millionen Haushalte versorgt, stoppten die Wettbewerbshüter schon einige Male.

Im Dezember hatten die Wettbewerbshüter allerdings die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme von Kabel BW durch Unitymedia nach monatelangem Zögern genehmigt. Unitymedia - eine Tochter des US-Konzerns Liberty Global - musste dem Kartellamt aber eine Reihe von Zugeständnissen machen.

Von

rtr

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