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09.05.2014

10:17 Uhr

Netzwerk-Ausrüster

Alcatel verringert Verlust

Zwar kämpft Alcatel im ersten Quartal noch immer mit Millionen-Verlusten, doch die Sanierung geht voran. Das ermutigt auch die Anleger. Die Folge: Der Aktienkurs legt rund vier Prozent zu.

Das Hauptquartier von Alcatel in Paris: Eine radikale Schrumpfkur soll den Konzern aus der seit Jahren anhaltenden Krise führen. ap

Das Hauptquartier von Alcatel in Paris: Eine radikale Schrumpfkur soll den Konzern aus der seit Jahren anhaltenden Krise führen.

ParisDer angeschlagene Netzwerk-Ausrüster Alcatel-Lucent kommt auf seinem Sanierungskurs langsam voran. Zwar wies der französische Konzern am Freitag für die ersten drei Monate des Jahres einen Nettoverlust von 73 Millionen Euro aus, nachdem er Ende 2013 erstmals seit rund eineinhalb Jahren wieder einen Quartalsgewinn geschafft hatte. Allerdings konnte Alcatel den Fehlbetrag deutlich verringern, denn vor Jahresfrist stand noch ein Minus von 353 Millionen Euro in den Büchern. Anleger ermutigte dies: Die Aktie legte rund vier Prozent zu. Der Umsatz blieb mit 2,96 Milliarden Euro in etwa stabil. Vor allem die Kosten für den Konzernumbau und niedrigere Margen im China-Geschäft belasteten das Ergebnis.

Alcatel-Chef Michel Combes will den defizitären Konzern mit einer radikalen Schrumpfkur aus der seit Jahren anhaltenden Krise führen. Dazu sollen 10.000 Stellen gestrichen, eine Milliarde Euro eingespart und Geschäftsteile im Wert von einer Milliarde Euro verkauft werden. Zuletzt hatten auch Spekulationen auf eine Übernahme durch den finnischen Rivalen Nokia die Alcatel-Papiere nach oben getrieben. Händler sprachen von Gerüchten, dass Nokia das Geld aus dem Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft für ein Gebot für Alcatel nutzen könnte.

Das Internet der Dinge

Alltägliche Objekte im Netz

Das Internet ist bekannt als Infrastruktur, über die Menschen Daten austauschen – ob mit dem PC, Laptop oder Smartphone. Es geht also letztlich um Computer, die miteinander kommunizieren. Doch heutzutage lassen sich immer mehr Objekte vernetzen: Heizung und Haustür, T-Shirt und Brille, Auto und Heizung.

Eine Sache, viele Begriffe

Den Begriff „Internet der Dinge“ prägten Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston Ende der 90er Jahre. Es kursieren aber viele Begriffe. „Industrial Internet“ betont die wirtschaftliche Bedeutung, „Machine to Machine“ (abgekürzt M2M) beschreibt eher technisch, dass Geräte autonom Daten austauschen.

Einsatz in der Wirtschaft

Bislang ist das Internet der Dinge vor allem eine Sache der Wirtschaft: Logistikunternehmen verfolgen beispielsweise den Weg von Lieferungen. Technologie-Hersteller bringen aber zunehmend auch Produkte für Verbraucher auf den Markt, etwa Heizungssteuerungen.

Mini-Computer und Funkantenne

Vernetzte Objekte benötigen eine Art Mini-Computer und eine Funkantenne, außerdem Sensoren – im Fall einer Heizungssteuerung etwa, um die Temperatur zu messen. Diese Komponenten sind in den vergangenen Jahren so geworden, dass immer neue Einsatzgebiete in Frage kommen.

Sextillionen von Adressen

Damit vernetzte Objekte übers Internet gesteuert werden können, muss man sie eindeutig ansprechen können. Ein neuer Standard namens IPv6 soll dafür sorgen, dass auch im Zeitalter vernetzter Autos und Heizungen genügend IP-Adressen vorhanden sind – es sind 340 Sextillionen, also eine 340 mit 36 Nullen.

Markt mit Riesenpotenzial

Es ist schwierig, den Vernetzungstrend in Zahlen zu fassen, der Markt ist noch zu jung. Der Marktforscher Gartner wagt die Prognose, dass bis 2020 rund 26 Milliarden Geräte im Internet der Dinge sind – PCs, Tablets und Smartphones sind darin nicht eingeschlossen. Der Umsatz mit Produkten und Diensten werde auf mehr als 300 Milliarden Dollar wachsen. Noch optimistischer ist der Netzwerkausrüster Cisco, der bis dahin 50 Milliarden vernetzte Geräte erwartet.

Diskussion über Datenschutz

Der Siegeszug der vernetzten Geräte dürfte einige Diskussionen über den Datenschutz nach sich ziehen. Ein Beispiel: Darf eine Versicherung die Bewegungsdaten eines Autobesitzers auswerten, um den Tarif ans Fahrverhalten anzupassen? Oder darf die Polizei nach einem Unfall überprüfen, ob der Fahrer zu schnell war?

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

09.05.2014, 10:37 Uhr

Die Firma Alcatel wurde zum 01. November 2006 aufgelöst und firmiert seitdem als Alcatel-Lucent. Wie kann das Handelsblatt so einen Artikel veröffentlichen indem nicht nur der Name falsch ist, sondern auch noch das Logo des aufgelösten Unternehmens gezeigt wird? Dieses lässt die Qualität in Frage stellen.

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