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12.04.2011

16:55 Uhr

Netzwerk-Ausrüster Cisco

Der große Flop mit Flip-Kameras

2009 witterte Cisco ein gutes Geschäft, als er den Flip-Kamera Entwickler Pure Digital für viel Geld kaufte. Doch die Rechnung ging nicht auf: Nun besinnt sich Cisco auf sein Kerngeschäft.

Das Geschäft mit den Flip Kameras wurde für Cisco zum Millionengrab. Quelle: dapd

Das Geschäft mit den Flip Kameras wurde für Cisco zum Millionengrab.

New York Der Netzwerk-Ausrüster Cisco baut sein Verbrauchergeschäft um - und stellt die vor zwei Jahren für viel Geld dazugekauften Flip-Kameras ein. Rund 550 Mitarbeiter werden ihre Jobs verlieren, teilte Cisco am Dienstag weiter mit. Konzernchef John Chambers hatte vergangene Woche Fehler eingeräumt und angekündigt, das Unternehmen stärker auf das Kerngeschäft auszurichten.

Beim Start im Jahr 2007 galten die Flip-Kameras noch als cooles Gadget, das den Markt umkrempeln könnte. Cisco hatte im Frühjahr 2009 rund 590 Millionen Dollar in Aktien für den Flip-Entwickler Pure Digital auf den Tisch gelegt. Der Netzwerk-Riese ist einer der führenden Anbieter von Infrastruktur für das Internet und verspricht unter anderem, seine Technik helfe, die Datenflut von Online-Videos zu bewältigen.

Beim Zukauf des Flip-Geschäfts versprach sich das Unternehmen, dass die Verbraucher eine günstige Videokamera kaufen und auch die dazugehörige Plattform zum Hochladen der Videos nutzen würden. Doch die Rechnung ging nie ganz auf, obwohl Cisco zuletzt zwei neue Modelle mit HD-Auflösung ins Rennen schickte. Zum einen breiteten sich Smartphones wie das iPhone von Apple rasant aus, auf denen man die Videos direkt schneiden und ohne den Umweg über einen Computer ins Netz stellen kann. Zum anderen blieb YouTube eine viel beliebtere Online-Plattform als Ciscos FlipShare.

Insgesamt solle das Verbrauchergeschäft jetzt stärker auf Ciscos Netzwerk-Strategie ausgerichtet werden, hieß es. Video bleibe ein Bestandteil des Geschäfts. Der Konzern ist unter anderem ein Anbieter von Videokonferenz-Lösungen für Unternehmen mit dem für mehr als drei Milliarden Dollar gekauften norwegischen Unternehmen Tandberg.

Chambers schrieb in einem ungewöhnlich offen formulierten Brief an die Mitarbeiter vor einer Woche, die Strategie von Cisco sei zwar im Grunde richtig, aber die Ausführung mangelhaft gewesen. "Wir haben unsere Investoren enttäuscht und unsere Mitarbeiter verwirrt." Das Unternehmen müsse Vertrauen zurückgewinnen. Cisco hatte zuletzt gesunkene Gewinne vermeldet und steht unter stärkerem Druck von Konkurrenten wie Juniper Networks. Der Aktienkurs sackte binnen eines Jahres um rund ein Drittel ab. Am Dienstag zeigte sich die Börse zunächst wenig beeindruckt von der Notbremse beim Flip: Die Aktie rückte im frühen New Yorker Handel gerade einmal um 0,14 Prozent auf 17,50 Dollar vor.

Von

dpa

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