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06.08.2012

16:27 Uhr

Netzwerk Nutzer

„Auch Facebook wird nicht von Dauer sein“

VonSebastian Kirsch

Facebook begeistert männliche und weibliche Nutzer gleichermaßen. Konkurrenten wie Google+ können das Erfolgsmodell nicht kopieren. Sie müssen ihre Nutzer in Nischen suchen.

Google+ will der Massenplattform Facebook Konkurrenz machen. Die Mitgliederzahlen versprechen nur mäßigen Erfolg: Männerüberschuss. dpa

Google+ will der Massenplattform Facebook Konkurrenz machen. Die Mitgliederzahlen versprechen nur mäßigen Erfolg: Männerüberschuss.

DüsseldorfAls Fotograf biete ihm das soziale Netzwerk Google+ die besten Möglichkeiten, sagt Daniel Milchev. "Die Bilder kommen besser rüber als bei Facebook und man kann die Auflösung frei bestimmen." Kein Wunder also, dass Fotografen derzeit eine der größten Nutzergruppen bei Google+ sind, wie Kommunikationsberater Klaus Eck sagt. Auch ganz vorne mit dabei sind Softwareentwickler, zeigen Daten der Internetseite Circlecount.

Entsprechend ihrer Interessen und Anforderungen suchen sich Internetnutzer soziale Netzwerke aus. Damit bestimmen sie letztlich den wirtschaftlichen Erfolg. Eine Studie zum Markenwert sozialer Medien der HWZ Zürich mit der Markenbewertungsfirma BV4 belegt: Noch liegt Facebook mit 29 Milliarden Dollar weit vor Linked In (3,6 Milliarden Dollar) und Google+ (1,4 Milliarden Dollar). Pinterest hat einen Markenwert von 252 Millionen Dollar, Xing kommt auf 150 Millionen.

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Welcher Nutzer sich wo aufhält, ist nicht so leicht zu bestimmen. Nicht jeder gibt freiwillig den richtigen Namen oder das Alter an. Und die Netzwerk-Betreiber wissen um den Wert ihrer Mitgliederdaten. Sie können den Werbe- und somit Marktwert des Unternehmens bestimmen. Die Nutzer-Demografie offen mit den Konkurrenten teilen, will daher niemand.

Klar ist, dass Facebook das Maß aller Dinge ist, was die Nutzerverteilung betrifft. Männer und Frauen aller Altersgruppen finden sich dort. Der ausgeglichene Geschlechteranteil sei ein Zeichen für von den Nutzern anerkannte Netzwerke, erklärt Berater Eck: "Sie bilden irgendwann die Demografie eines Landes ab."

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Konkurrent Google, seit einem Jahr mit Google+ auf dem Markt, hat diesen Punkt noch nicht erreicht. Hier tummeln sich überwiegend technikbegeisterte Männer, wie Fotograf Milchev. Daten des US-Marktforschers Comscore zeigen aber, dass sich deren Anteil mit 57,2 Prozent langsam dem von Facebook mit 52 Prozent anpasst.

Mit 4,2 Millionen Besuchern, in der Fachsprache Unique Visitors, liegt Google+ aber noch weit hinter dem Marktführer Facebook, der fast zehnmal so viele Besucher verzeichnen kann.

Kommentare (2)

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evangelos

13.08.2012, 16:38 Uhr

Schöner Artikel, Danke und viele Grüße, Evangelos

Account gelöscht!

08.11.2012, 17:54 Uhr

Zum Thema Nischennetzwerke möchte ich gerne ein kleines aber tatsächlich innovatives deutsches Netzwerk https://www.weactive.com/ anführen.

Unbekannte Menschen posten dort "private Veranstaltungen", wie z.B. gemeinschaftlich ins Kino gehen, treiben Sport oder verabreden sich zum feiern oder kulturellen Dingen.

Man muß dort allerdings keine Profile abklappern und ansprechen, sondern zu meiner Stadt, Interessen und zu meinem Alter werden einem je nach Zeit und Ort passende Freizeitaktivitäten angezeigt. Man klinkt sich irgendwo ein oder ruft selber zu irgendetwas auf. Und schon ist man in Gesellschaft! :-)

Wirklich mal was anderes!

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