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23.01.2014

16:48 Uhr

Netzwerktechnik

Nokias Umsatz bricht ein

Die Handysparte von Nokia wechselt im Frühjahr zu Microsoft. Doch der Verkauf kann den Abwärtstrend des finnischen Konzerns nicht beenden: Der Umsatz im Kerngeschäft ist um ein Fünftel eingebrochen. Die Aktie bricht ein.

Nokia und Lumia Smartphones: Microsoft hat die Handysparte im September für 5,4 Milliarden Euro erworben. Reuters

Nokia und Lumia Smartphones: Microsoft hat die Handysparte im September für 5,4 Milliarden Euro erworben.

HelsinkiNokia kommt auch nach dem Verkauf der abgestürzten Handy-Sparte noch nicht wieder auf die Beine. Die neue Strategie der Finnen, den Konkurrenzkampf mit den übermächtigen Rivalen Apple und Samsung im Mobiltelefon-Geschäft aufzugeben und stattdessen als Technikzulieferer für Telekom-Konzerne zu punkten, zahlt sich bislang nicht aus. Im Jahresschlussquartal liefen Nokia in der Netzwerksparte NSN – die mittlerweile 90 Prozent des Umsatzes ausmacht – die Kunden davon.

Angesichts des immer härteren Wettbewerbs mit dem schwedischen Marktführer Ericsson und der Billigkonkurrenz aus China brach der NSN-Umsatz um 22 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro ein. Unter dem Strich wies Nokia am Donnerstag einen Fehlbetrag von 25 Millionen Euro aus nach einem Gewinn von 193 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Nokias Baustellen

Konzern im Wandel

Es ist eine Zeitenwende für Nokia: Der finnische Konzern hat sein Kerngeschäft mit Handys an Microsoft verkauft. In den letzten Jahren hatte er an Marktanteilen verloren und rote Zahlen geschrieben. Das neue Nokia ruht auf drei Säulen.

Billig-Handys

Nokia ist immer noch einer der wichtigsten Hersteller günstiger Handys – sie finden vor allem in den Schwellenländern immer noch Käufer. Allerdings machen Hersteller wie Huawei und ZTE dem finnischen Unternehmen das Leben schwer, zudem können sich auch in Indien, China oder auf den Philippinen immer mehr Menschen Smartphones leisten. Auch diese Sparte verkauft der finnische Konzern nun an Microsoft.

Netzwerktechnik

Die wichtigste Säule des Konzerns ist jetzt die Netzwerktechnik. Im Juli 2013 kaufte Nokia den Partner Siemens für 1,7 Milliarden Dollar aus dem Joint Venture heraus, um das Geschäft wieder allein zu betreiben. Angesichts des Smartphone-Booms wirkt der Aufbau von Netzen der Mobilfunk-Anbieter auf den ersten Blick als sicheres Geschäft, doch in der Branche herrscht ein harter Wettbewerb. NSN konkurriert mit Ericsson, Alcatel-Lucent und den chinesischen Rivalen Huawei und ZTE. Der Preiskampf wird weiter anhalten, zumindest muss sich Nokia nicht mehr mit einem Partner über die Strategie streiten.

Landkarten

Das zweite große Nokia-Standbein sind die Kartendienste unter dem Markennamen Here. Hier kauften die Finnen bereits 2007 für gut acht Milliarden Dollar den Karten-Spezialisten Navteq und investierten seitdem massiv in den Aufbau eines vollwertigen Online-Angebots sowie Navigationsdiensten. Allerdings ist das Geschäft teuer und die Konkurrenz groß – gerade Google gibt viel Geld aus. Nokia will seine Kartendienste auf andere Betriebssysteme bringen, die Daten werden bereits in vielen Auto-Navigationssystemen genutzt. Zu einem großen Teil werden die Nokia-Kartendienste in Berlin entwickelt.

Patente

Nokia hält ein umfangreiches Patentportfolio – das Geschäft mit Lizenzen soll künftig die dritte Säule des neu ausgerichteten Konzerns werden.

Anleger ergriffen daraufhin die Flucht: Die Nokia-Aktie brach an der Börse in Helsinki um fünf Prozent ein.

Der Nachfolger von Stephen Elop an der Konzernspitze, der noch gesucht wird, bekommt also viel zu tun. Nokia hatte voriges Jahr dem Münchner Siemens -Konzern den Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen NSN abgekauft. Das Geschäft war eigentlich als saniert angesehen, nachdem 2012 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen war.

Doch die alten Rezepte des Managements reichen nach Ansicht von Experten nicht mehr aus. „Sie haben Kosten gesenkt und einige Quartale Gewinne erzielt, doch es ist wichtig, dass die Umsätze sich stabilisieren und im zweiten Halbjahr wieder wachsen“, sagte Greger Johansson vom Analystenhaus Redeye.

Kommentare (1)

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th235

23.01.2014, 15:32 Uhr

Player,
was spricht gegen den Abwärtstrend???
Sieht man sich die Kaufsstückzahlen in München, Stuttgart und Frankfurt an, dann muss man verwundert die Augen reiben.
Frankfurt um 12 Uhr 06: 20 724 und 10 000;
Frankfurt um 15 Uhr 10: 28 417
Stuttgart um 12 Uhr 05: 25 700 und 8 833;
München um 12 Uhr 17: 35 000 und 1 000;
Wer sagt denn. Nokia geht es schlecht, wenn Investoren in solchen Größenordnungen einsteigen, steckt doch die alte Masche dahinter, herunter reden, wie auf der Homepage der ARD : www.Boerse.ard wieder auftritt.
Das riecht nicht mal, sondern ist Kursmanipulation in einem Umfang, der nur durch die "schlechte Mitteilung" von Medien inszeniert wird. Siehe Fall Prokon !!!!
Publicity ist ein schlechtes und nicht nachvollziehbares Instrument der Kursmanipulation

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