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06.02.2014

14:08 Uhr

Neuaufstellung

AOL zieht Werbegelder an

Das Internet-Urgestein AOL setzt seit Kurzem verstärkt auf Medienhalte – und hat so seine Werbeeinnahmen im Schlussquartal stärker steigern können als Yahoo. Allerdings: Der Gewinn von AOL stagniert.

Die AOL-Zentrale in New York: „2013 war das erfolgreichste Jahr für AOL in den vergangenen zehn Jahren“, erklärte Firmenchef Armstrong. Reuters

Die AOL-Zentrale in New York: „2013 war das erfolgreichste Jahr für AOL in den vergangenen zehn Jahren“, erklärte Firmenchef Armstrong.

New YorkDie Neuaufstellung zahlt sich für das Internet-Urgestein AOL aus. Anders als der Rivale Yahoo konnte AOL im Schlussquartal seine Werbeeinnahmen steigern. Der gesamte Umsatz stieg in der Folge um 13 Prozent auf 679 Millionen Dollar (502 Mio Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. AOL setzt stark auf Medieninhalte, um Nutzer und damit Werbekunden anzuziehen.

Zum Unternehmen gehören unter anderem die Onlinezeitung „Huffington Post“, von der es seit kurzem auch eine deutsche Ausgabe gibt, sowie die großen Technologieblogs „Engadget“ und „TechCrunch“.

Der Quartalsgewinn stagnierte allerdings im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 36 Millionen Dollar. Grund war unter anderem ein Personalabbau. So hatte AOL zunächst die Mannschaft in seinem problembehafteten regionalen Nachrichten-Angebot Patch zusammengestrichen und die Sparte dann mehrheitlich an eine andere Firma abgegeben.

Die neuen Top Level Domains

Die große neue Vielfalt

Bislang hielt die Internet-Verwaltung Icann die Zahl der Endungen für Web-Adressen begrenzt: Neben den Länderkürzeln gab es nur zwei dutzend allgemeine Top Level Domains (TLD). Das ändert sich jetzt, die Organisation lässt hunderte neue Endungen zu.

Ein digitales Zuhause

Firmen wie Google, Audi und Cartier sichern sich ihre eigene Top Level Domain und können mit Adressen wie jobs.google oder uhren.cartier künftig Bewerber oder Luxus-Shopper locken. Diese Endungen sind den Inhabern exklusiv vorbehalten.

Herkunftsbezeichnung hinter dem Punkt

Künftig gibt es neben Länderkürzeln wie .de oder .fr weitere geografische Top Level Domains, in Deutschland etwa .berlin, .bayern und .ruhr. In der Regel dürfen nur Nutzer oder Unternehmen aus diesen Regionen eine Adresse registrieren.

Umkämpfte Apps, beliebte Pizza

Den Großteil der Bewerbungen machen allgemeine Begriffe aus, sogenannte generische Top Level Domains. Für viele Endungen gingen mehrere Bewerbungen ein. Besonders umkämpft sind zum Beispiel .app, .pizza, .restaurant, und .gmbh. Können sich die Bewerber nicht auf ein gemeinsames Verfahren einigen, muss die Icann entscheiden.

Virtuelle Aids-Schleife

Die Domain-Endung .hiv hat einen gemeinnützigen Hintergrund: Der Verein dotHIV hat sich darum beworben, um auf den Kampfgegen das Aids-Virus aufmerksam zu machen. Unternehmen können die Aktion unterstützen, indem sie – neben ihrer regulären Web-Adresse – auch die Endung .hiv nutzen und die Gebühr als Spende zur Verfügung stellen. Es handelt sich also um eine Art virtuelle rote Schleife.

Von ADAC bis Volkswagen

Auch drei dutzend deutsche Unternehmen und Organisationen wollen eine eigene Domain –vom ADAC bis Volkswagen. Neben einigen Konzernen ergreifen mehrere kleine Dienstleister die Chance, etwa die Firma Dotversicherung, die die Endung .versicherung vermarktet.

Arabisch, Kyrillisch, Chinesisch

Die neuen Endungen sind nicht auf das lateinische Alphabet beschränkt: Etliche neue Top Level Domains bestehen aus chinesisches oder arabisches Schriftzeichen. Damit wird das Internet auch hinter dem Punkt so vielfältig wie die Welt.

Auch aufs gesamte Jahr gesehen stiegen die Werbeeinnahmen. „2013 war das erfolgreichste Jahr für AOL in den vergangenen zehn Jahren“, erklärte Firmenchef Tim Armstrong am Sitz in New York. AOL war mit dem Verkauf von Internetanschlüssen groß geworden und fusionierte dann mit dem Medienkonzern Time Warner. Die wenig glückliche Ehe wurde 2009 geschieden. Danach hatte AOL lange Probleme, das Geschäft auf neue Beine zu stellen.

Von

dpa

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