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23.03.2006

08:09 Uhr

Neue Einschnitte

Die Zeit wird knapp für SBS und Com

Zwei Bereiche machen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld momentan die größten Sorgen: Siemens Com, die vom Umsatz her bedeutendste Sparte des Konzerns, die wiederholt tief in die roten Zahlen gerutscht ist. Darüber hinaus verfehlt der IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) bereits seit Jahren die Erwartungen. Die IG Metall in München rechnet bei SBS bereits in den nächsten Wochen mit neuen Einschnitten.

jojo MÜNCHEN. Auf beide Geschäftsfelder übt Kleinfeld enormen Druck aus, denn sie müssen binnen Jahresfrist deutlich profitabler werden. So will es das von Kleinfeld ausgegebene Margenziel. Bis Frühjahr 2007 sollen alle Sparten Renditen einfahren, die an das Niveau der besten Wettbewerber der Branche heran reichen.

Für Com und SBS sind das sportliche Ziele. So fuhr Com im letzten Quartal überhaupt nur deshalb einen Gewinn ein, weil die Sparte Aktien verkaufen konnte. Gefordert ist aber eine Umsatzrendite von acht bis elf Prozent. Noch stärker strecken muss sich SBS: Die Sparte verbuchte zuletzt einen Quartalsverlust von 229 Mill. Euro. Ziel ist jedoch eine Marge von fünf bis sechs Prozent.

Die mit Abstand größte Baustelle im Konzern ist die Telekom-Sparte Siemens Com. Der Bereich mit einem Quartalsumsatz von zuletzt 3,4 Mrd. Euro ist erst 2004 entstanden, als Kleinfeld die Netzwerk- und Mobilfunksparte zusammenlegte. In den Geschäftsfeldern hat Siemens bereits seit Jahren umstrukturiert und tausende Arbeitsplätze gestrichen – mit gemischtem Erfolg.

Um den größten Verlustbringer los zu werden, hat Siemens das hoch defizitäre Handy-Geschäft bereits an den Taiwaner Elektronikkonzern BenQ verschenkt. Das reicht jedoch nicht: Das Firmenkunden- und das Festnetzgeschäft laufen noch immer nicht rund.

Immer wieder machen Gerüchte die Runde, die Sparte werde zerschlagen. Am Mittwoch allerdings bekam Com mit dem Spanier Eduardo Pérez einen neuen Chef. Dies sei „Grund für vorsichtigen Optimismus“, meint die IG Metall, dass der Konzern Com tatsächlich sanieren wolle. Bislang wurde Com von Thomas Ganswindt geführt, der die Aufgabe neben seiner Funktion im Zentralvorstand übernommen hatte.

Zweite Baustelle ist SBS. Die Sparte hat ihre Zielmarge noch nie erreicht. Es ist nach wie vor unklar, wie es mit SBS weiter gehen soll. Fest steht lediglich, dass die Kosten gedrückt werden sollen. Außerdem solle sich SBS künftig auf „höherwertige IT-Dienstleistungen“ konzentrieren. Deshalb trennt sich die Sparte von Teilen seines defizitären PC-Wartungsgeschäfts. Die IG Metall in München befürchtet, dass auch weitere Stellen gestrichen werden. Dies könne bereits in den nächsten Wochen verkündet werden, hieß es am Mittwoch.

In den vergangenen Monaten hat SBS zahlreiche große Outsourcing-Verträge abgeschlossen. Der Auftragseingang war dementsprechend hoch. Doch bis sich die Abschlüsse auszahlen, werden noch einige Quartale vergehen. So lange werden auf SBS weitere Belastungen aus der Neuausrichtung und dem Stellenabbau zukommen.

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