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18.09.2015

20:30 Uhr

Neue Geräte von Amazon

Tablets im Sixpack

VonChristof Kerkmann

Ein Sixpack, bitte: Amazon verkauft Elektronikprodukte zum Selbstkostenpreis – fürs neue Tablet gibt es sogar Mengenrabatt. Auch eine neue TV-Box kommt auf den Markt. Nutzer müssen aber mit Einschränkungen rechnen.

„Wenn die Kunden es nutzen, bauen wir darauf unsere Profitabilität auf.“ ap

Tablet Fire HD 8

„Wenn die Kunden es nutzen, bauen wir darauf unsere Profitabilität auf.“

EssenKlopapier, T-Shirts oder Limonade gibt es häufig im Vorratspack – ein paar Rollen extra, zwei zum Preis von einem, 20 Prozent mehr Inhalt. Dieses Prinzip überträgt Amazon nun auf Tablet-Computer: Der Online-Händler verkauft sein neues Sieben-Zoll-Gerät auch vergünstigt im Sixpack, sechs Stück gibt es für 300 Euro. Kauf sechs, bezahl‘ fünf. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft kommt es auf den Markt.

Deutlicher hätte Amazon die eigene Strategie nicht machen können: Das Unternehmen verkauft seine Hardware zum Selbstkostenpreis, um die Kunden an sich zu binden. „Unsere Annahme ist: Wenn die Kunden es nutzen, bauen wir darauf unsere Profitabilität auf“, sagte Amazon-Manager David Limp der Nachrichtenagentur Bloomberg bei der Vorstellung. Auch weitere Tablets sowie eine neue TV-Box unterbieten die meisten Konkurrenzprodukte deutlich.

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Amazon verwöhnt seine Kunden, andere Händler macht es abhängig.  Denn über „Marketplace“ machen viele kleine Online-Anbieter einen Großteil ihres Umsatzes. Das nutzt der Konzern aus – mit stets derselben Methode.

Amazon betont, das neue Tablet biete mit IPS-Display, Vierkernprozessor und bis zu sieben Stunden Akkulaufzeit „Premium-Hardware“. Als Betriebssystem ist eine Version von Android installiert, die das Unternehmen anpasst und mit einer eigenen Benutzeroberfläche versieht. Wer den Abodienst Prime nutzt, soll künftig im Hintergrund automatisch Filme und Serien auf das Gerät aufgespielt bekommen – die Funktion ist noch nicht verfügbar, soll aber per Update nachgereicht werden.

Ob Nutzer an einem Gerät für 60 Euro Freude haben, müssen allerdings erst Tests zeigen. Viele Geräte dieser Preiskategorie weisen wegen der billigen Komponenten eklatante Schwächen auf. Weitere, teurere Varianten des Fire-Tablets kommen mit Acht- und Zehn-Zoll-Bildschirmen auf den Markt.

Amazon in Zahlen

Umsatz

88,99 Milliarden Dollar (2013: 74,45 Milliarden Dollar)

Ergebnis

241 Millionen Dollar Verlust (2013: 274 Millionen Dollar Gewinn)

Mitarbeiter

Rund 154.100 fest und zeitweise angestellte Beschäftigte. Die Zahl schwankt im Jahresverlauf deutlich mit Ausschlägen vor allem zum Weihnachtsgeschäft.

Märkte

62,33 Prozent der Erlöse machte Amazon 2014 im Heimatmarkt USA (Anteil 2013: 59,8 Prozent). In Deutschland gab es nach Umrechnung in US-Währung einen Jahresumsatz von 11,9 Milliarden Dollar (2013: 10,535 Milliarden Dollar).

Steuern

Amazon stellte 2014 laut Jahresbericht 167 Millionen Dollar für die Einkommensteuer zurück (2013: 161 Millionen Dollar)

Neben den Tablets stellte Amazon jetzt die neue Generation seiner TV-Zuspieler vor, Fire TV und Fire TV Stick. Diese werden an den Fernseher angeschlossen und streamen Inhalte aus dem Internet auf den Bildschirm. Die aktuellen Versionen beherrschen Ultra-HD und lassen sich per Spracheingabe steuern. Neben der Amazon-Videothek ist auch Netflix vorinstalliert, das ebenfalls Inhalte im ultrahochauflösenden Standard anbietet. Die Box kostet 100 Euro, der Stick 50 Euro.

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