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16.10.2013

16:20 Uhr

Neue Kooperationen

Bei den Telekom-Riesen ist Musik drin

Immer mehr Nutzer hören Musik aus dem Netz – die Streaming-Dienste boomen. Das lockt die Telekom-Riesen an: Telefónica arbeitet mit Napster zusammen, die Deutsche Telekom könnte bei Spotify einsteigen.

Ob auf dem PC oder dem Smartphone: Streaming-Dienste wie Spotify und Napster übertragen Musik aus dem Dienst. dpa

Ob auf dem PC oder dem Smartphone: Streaming-Dienste wie Spotify und Napster übertragen Musik aus dem Dienst.

HamburgMusikdienste im Internet sind zu einem großen Geschäft geworden – vor allem Smartphones geben der Branche einen kräftigen Schub. Der Pionier Napster holt sich nun mit dem Mobilfunk-Riesen Telefónica einen Partner für die Expansion an die Seite. Die Deutsche Telekom prüft einem Medienbericht zufolge den Einstieg beim schwedischen Anbieter Spotify. Die Mobilfunkanbieter kooperieren mit Internet-Anbietern, um ihre Tarife attraktiver zu machen und neue Erlösquellen zu erschließen.

Napster hat eine globale Kooperation mit dem spanischen Konzern geschlossen. Die Telefónica-Tochtergesellschaft Terra wird demnach seinen eigenen Musikservice Sonora mit dem von Napster ersetzen. Zugleich werde Telefónica Digital eine Aktienbeteiligung an Rhapsody International, der Mutter von Napster, erwerben, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

Allen Landesgesellschaften des Mobilfunkkonzerns stehe es in der nicht exklusiven Vereinbarung künftig frei, Napster für ihre Angebote zu nutzen, sagte Europa-Chef Thorsten Schliesche. Strategisch zielt Rhapsody mit seiner Marke Napster in der neuen Partnerschaft vor allem auf Lateinamerika, das als nächste wichtiger Markt für Streaming-Dienste gilt.

In Deutschland, wo Telefónica durch die Marke O2 vertreten ist, dürfte die Partnerschaft allerdings vorerst keine Auswirkungen haben. Hierzulande kooperiert das Unternehmen seit rund einem halben Jahr mit E-Plus. „Und wir wollen die Partnerschaft fortsetzen“, betont Schliesche. „Wir sind mit der Zusammenarbeit mit E-Plus sehr zufrieden.“ Allerdings will das niederländische Telefonunternehmen KPN ohnehin seine Deutschland-Tochter E-Plus an Telefónica verkaufen.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

Auch die Deutsche Telekom setzt auf Musik: Der Konzern kooperiert bereits mit Spotify. Nun prüfe er einen Einstieg bei dem schwedischen Anbieter, schreibt das „Manager Magazin“. In den kommenden Wochen solle eine Entscheidung fallen, berichtete das Magazin unter Berufung auf „mit den Vorgängen vertraute Personen“. Ein Telekom-Sprecher erklärte gegenüber dem „Manager Magazin“ allerdings, aktuell sei kein Einstieg bei Spotify geplant. Das schwedische Unternehmen selbst wollte sich auf Anfrage des Magazins nicht äußern.

Spotify bietet seinen Nutzern teils kostenlos, teils gegen Gebühr Musik über das Internet. Wie bei Streaming-Diensten üblich laden die Nutzer Musik nicht mehr auf ihren Computer herunter, sondern hören sie live aus dem Netz. Das funktioniert genauso von klassischen PCs wie von Smartphones oder anderen mobilen Geräten.

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