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21.04.2015

10:08 Uhr

Neue Kunden für Sky

Bezahlsender steht besser da

Der Bezahlsender Sky gewinnt in Großbritannien und Deutschland weitere Kunden. In den ersten neuen Monaten des Geschäftsjahres machte Sky deutliche Gewinne – allerdings nicht in Deutschland.

Vor allem mit Spielfilmen und neuen Serien hat der Bezahlsender Sky neue Kunden gelockt. Reuters

Sky Studios in London

Vor allem mit Spielfilmen und neuen Serien hat der Bezahlsender Sky neue Kunden gelockt.

München/LondonDank starkem Kundenwachstums in Großbritannien und Deutschland hat der europäische Pay-TV-Konzern Sky in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres einen Gewinnsprung gemacht. Obwohl der Sender in Deutschland noch immer Verluste schreibt, stieg das Betriebsergebnis (Ebit) der Gruppe um 20 Prozent auf gut eine Milliarde Pfund (1,4 Milliarden Euro), wie der Konzern am Dienstag in London mitteilte.

Sky Deutschland verringerte seinen operativen Verlust immerhin auf 2,7 Millionen Euro von 85 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Sky Italia, der kleinste Geschäftsbereich des Konzerns, war wie im Vorjahr profitabel.

Sky Deutschland

Lange Geschichte

Sky Deutschland hat einen vergleichsweise jungen Namen, dafür aber bereits eine lange Geschichte. Seit dem Start des einstigen Senders Premiere 1991 hat der von Medienmogul Leo Kirch aus der Taufe gehobene Kanal fast nur rote Zahlen geschrieben. Diese Verluste waren ein Grund für den Zusammenbruch der Kirch Gruppe 2002, den Premiere nur knapp überlebte.

Murdoch wieder dabei

Nach einem früheren Engagement stieg 2008 erneut der Medienmilliardär Rupert Murdoch ein. Der Name wurde in Sky Deutschland geändert, die Mannschaft neu aufgestellt. Seit 2010 führt Brian Sullivan das Unternehmen.

Rote Zahlen

Sky und dem Vorgänger Premiere gelang fast nie, schwarze Zahlen zu schreiben. 2013 soll der Konzern zumindest vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen Geld verdienen. Was für den Erfolg spricht: Die Firma kann die Abonnentenzahlen steigern.

Schwieriger Markt

Pay-TV hat sich in Deutschland deutlich schlechter entwickelt als anderswo – nicht zuletzt wegen des umfangreichen Gratisangebotes im Fernsehen. Immerhin verzeichnet die Branche seit 2010 deutliche Zuwächse. 2012 machte sie nach Angaben des Privatfernsehen-Verbandes VPRT 1,8 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland, die Zahl der Abonnenten stieg auf 6,1 Millionen.

Immer mehr Sender

Das Wachstum der Branche hat auch mit dem großen Angebot zu tun. 89 Bezahlprogramme gibt es nach Zahlen des VPRT inzwischen, 57 Kanäle strahlen Bilder in HD-Auflösung aus.

Kronschatz Fußball

Die Übertragungsrechte der Fußballbundesliga sind so etwas wie der Kronschatz von Sky Deutschland. Für den Bezahlsender ist Fußball ein wichtiges Verkaufsargument – und dafür ist der seit Jahren in den roten Zahlen steckende Konzern auch bereit, tief in die Tasche zu greifen. 2012 sicherte sich Sender-Chef Brian Sullivan bis 2017 die Rechte für knapp 2 Milliarden Euro.

Handball-WM

Sky zeigt die wichtigsten der 88-WM-Spiele verschlüsselt für seine knapp vier Millionen Kunden, darunter die deutschen Partien. Es ist das erste Mal, dass in Deutschland Handball-Spiele solcher Bedeutung ausschließlich im Bezahlfernsehen übertragen werden.

Handball-Zuschauer

Den Einzug der deutschen Handballer in Viertelfinale schauten 370.000 Zuschauer. Das sei „ein sehr, sehr guter Wert für einen Nachmittag“, sagte Sky-Sprecher Dirk Grosse.

Besonders mit Spielfilmen und Serien lockte Sky von Januar bis März neue Abonnenten an. Die Zahl stieg um 242.000 auf 20,8 Millionen, Sky Deutschland gewann davon 103.000 hinzu und hat nun 4,2 Millionen direkte Kunden.

„Unsere Integrationspläne entwickeln sich gut und wir sind gut aufgestellt für die erweiterten Wachstumschancen“, erklärte Konzernchef Jeremy Darroch. Der Medienmogul Rupert Murdoch hat seine Bezahlsender in Deutschland, Großbritannien und Italien im vergangenen Jahr zum größten privaten Fernsehkonzern Europas gebündelt.

Im Zuge dessen bereitet Sky auch einen Börsenabschied seiner Deutschlandtochter vor.

Von

rtr

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