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02.01.2006

08:20 Uhr

Neue Marketingkampagne

Chip-Hersteller Intel erfindet sich neu

VonTorsten Riecke

Der US-Chiphersteller Intel erfindet sich neu. Auf der Fachmesse Consumer Electronic Show in Las Vegas wird Intel-Chef Paul Otellini am Donnerstag einen neuen Marktauftritt präsentieren. Die Chip-Ikone wird den legendären Werbespruch „Intel Inside“ aufgeben und ebenso das heruntergesetzte „e“ im Firmenlogo fallen lassen.

Bald etwas Neues "inside": Das alte Intel-Logo wird ausgemustert. Foto: dpa. dpa

Bald etwas Neues "inside": Das alte Intel-Logo wird ausgemustert. Foto: dpa.

NEW YORK. Stattdessen heißt der zukünftige Claim des Chipherstellers: „Leap ahead“. Übersetzt heißt das so viel wie „Spring nach vorn“. Intel will den neuen Slogan mit einer Marketingkampagne einführen, für die der Konzern nach Presseberichten 2,5 Mrd. Dollar investiert.

Intel krempelt damit nach 14 Jahren seine überaus erfolgreiche Marketingkampagne um, die dem Technologieunternehmen einen weltweit bekannten Markennamen beschert hat. Im vergangenen Jahr lag Intel mit einem Markenwert von 35,6 Mrd. Dollar auf Platz fünf der Rangliste der bekanntesten Marken der Welt. „Intel inside war eine der brillantesten Marketingstrategien der vergangenen zehn Jahre“, sagte Peter Sealey, Ex-Werbechef von Coca-Cola, der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Jetzt haben sie den nötigen Bekanntheitsgrad erreicht und müssen etwas Neues ausprobieren.“

Deutsche Marketingfachleute bewerten den Schritt unterschiedlich: „Der Wechsel kommt unerwartet“, sagt Uli Veigel, Deutschland-Chef der Werbeagenturgruppe Grey. „Mit dem Slogan ,Intel Inside‘ hat Intel es geschafft, ein Produkt zur Marke zu machen, das kaum ein Nutzer je gesehen hat oder je sehen wird. Ich hätte diesen Slogan wahrscheinlich nicht aufgegeben.“ Frieder Kornbichler, Managing Director der Agentur BBDO in Düsseldorf, sieht dagegen die Notwendigkeit der Erneuerung: „Weil Intel in Zukunft mehr als nur Chips anbieten will, ist es sinnvoll, auch den Claim zu wechseln. Wenn man sich die großen Marken der Welt ansieht, haben sie alle irgendwann den Auftritt geändert.“

Der neue Marktauftritt ist das sichtbarste Zeichen für die radikalen Veränderungen beim weltgrößten Chiphersteller. Der 55jährige Otellini versucht Intel seit Mai vergangenen Jahres vom hoch spezialisierten Produzenten für Mikroprozessoren zu einem breit aufgestellten High-Tech-Konzern umzuformen. Statt immer nur leistungsfähigere Chips für PCs auf den Markt zu werfen, will der Intel-Chef nach dem Vorbild der „Centrino“-Technologie Plattformen anbieten, die neben verschiedenen Chips auch Software enthalten.

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