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05.10.2016

07:02 Uhr

Neue Smartphones und ein digitaler Assistent

Google am Scheideweg

VonAxel Postinett

Es ist ein gewaltiges Risiko. Trotzdem steigt Google massiv ins Hardware-Geschäft ein. Denn Chef Sundar Pichai bleibt keine andere Wahl, wenn er den Konzern in eine sichere Zukunft steuern will.

Google-Smartphone Pixel

Dieses Google-Smartphone soll Samsung und Apple angreifen

Google-Smartphone Pixel: Dieses Google-Smartphone soll Samsung und Apple angreifen

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San FranciscoDer weltweite Markt für Smartphones hat seinen Zenit überschritten. Selbst Apples iPhone zeigt Absatzschwächen, hat den Premiummarkt aber trotzdem so fest im Griff wie nie. Microsoft wickelt seine Smartphone-Sparte gerade ab, Blackberry stoppt die Produktion von Hardware. Schlechter könnte der Zeitpunkt für das erste Google-Smartphone wohl nicht gewählt sein.

Am Dienstag stellte das Unternehmen in San Francisco mit Pixel ein Oberklasse-Smartphone vor, dessen gefälliges Design irgendwo zwischen iPhone 7 und Galaxy 7 liegt. Niemand traut dem Gerät mit 5- oder 5,5-Zoll-Bildschirm und einem Preis von bis zu 1000 Euro wirklich zu, Apples Vorherrschaft in den Grundfesten zu erschüttern. Daran ändert auch der von Google beigefügte Adapter nichts, der iPhones mit dem Pixel verbindet und das Übertragen von Daten und Apps ermöglicht.

Das Pixel, wie Hardware-Chef Rick Osterloh nicht müde wird zu betonen, ist vollständig „Made by Google“. Damit liegen auch alle Risiken bei Google – ausgerechnet in Zeiten, in denen die Kritik an den spekulativen Verlustbringern der Mutter-Holding Alphabet immer größer wird.

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Der Internet-Konzern, der bereits mit der Übernahme von Motorolas Smartphone-Sparte Schiffbruch erlitten hat, investiert für sein Smartphone in eine eigene Lieferantenkette und in Vertriebsstrukturen, er betreibt Lagerhaltung, Kundenservice, Forschung und Entwicklung selbst. Dazu gehört auch die 12-Megapixel-Kamera, Google zufolge die „beste überhaupt“ in Smartphones. Und um mit Apple mithalten zu können, wird immer mehr eigene Technologie in die Geräte fließen müssen.

Was das bedeuten kann, weiß Google-Chef Sundar Pichai genau. Microsoft hatte sich seinerzeit mit seinem ersten Surface-Tablet dermaßen verkalkuliert, dass am Ende eine Milliarde Dollar auf die Ladenhüter abgeschrieben werden musste. Amazons Fire-Phone floppte vollständig und brannte 2014 ein Loch von 170 Millionen Dollar ins Ergebnis. Samsung wird wahrscheinlich eine Milliarde Dollar in eine Rückrufaktion wegen explodierender Akkus beim Galaxy Note 7 investieren müssen.

Dass Pichai willens ist, solche Risiken auch zu tragen, klingt wie Größenwahn. Aber tatsächlich ist es Googles letzte Chance, in der mobilen Welt die Position einzunehmen, die der Konzern bei Schreibtisch-Computern innehatte.

Denn das Pixel soll das Flaggschiff einer neuen Hardwaresparte werden, die Video-Streaming-Geräte, WLAN-Router, eine neue Virtual-Reality-Brille und eine digitale Schaltstelle für das Zuhause bietet. All das wird verbunden durch „Google Assistant“ – eine selbstlernende künstliche Intelligenz. Diese soll den gewaltigen Datenschatz, den Google mithilfe seiner Suchmaschine, dem E-Mail-Programm, von Street View, Bilddatenbanken, Empfehlungsplattformen oder Google+ generiert, mit Informationen über die Vorlieben des Nutzers verbinden.

Kommentare (2)

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Herr Holger Narrog

05.10.2016, 09:01 Uhr

Herr Thomas Behrends

05.10.2016, 09:58 Uhr

Ganz ehrlich, ich glaube, dass zuviel Computertätigkeit den Chefs von Google das Gehirn vernebelt hat.

Wer hat denn ernsthaft abends, nach Absolvierung eines 8-9 Stunden Arbeitstags noch Lust sich mit diesem ganzen Google-Fierlefanz zu befassen?

Meiner Ansicht nach ist hier der Wunsch der Vater des Gedankens ...

... aber betriebswirtschaftlich sinnvoll ist das keineswegs ...

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