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25.03.2006

13:25 Uhr

Neuer Branchenführer

Alcatel und Lucent kurz vor Zusammenschluss

Mit der geplanten Fusion der Netzwerkausrüster Alcatel und Lucent Technologies entsteht ein neuer Branchenführer unter den Netzwerkausrüstern. Aus mit dem Vorgang betrauten Kreisen verlautete, die Gespräche stünden kurz vor dem Abschluss.

HB PARIS. Die Gespräche zwischen den beiden Unternehmen seien so weit fortgeschritten, dass eine Übereinkunft in der kommenden Woche verkündet werden könnte, verlautete aus Kreisen, die mit dem Vorgang vertraut sind. Sitz des neuen Unternehmens solle in Frankreich sein.

Lucent-Chefin Patricia Russo soll den Informationen zufolge Chief Executive des neuen Unternehmens werden. Beide Firmen würden im neuen Vorstand gleichberechtigt vertreten sein. Die Unternehmen hatten am Freitag eine „Fusion unter Gleichen“ angekündigt. Vor fünf Jahren hatte sich Lucent noch gegen eine Übernahme durch Alcatel gesträubt. Ein Zusammenschluss würde ein Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 21 Milliarden Dollar schaffen und wäre damit größer als der US-Rivale Cisco Systems. Alcatel und Lucent hätten zusammen eine Marktkapitalisierung von mehr als 28 Milliarden Euro. Das Unternehmen wäre damit in einer besseren Position bei Preisverhandlungen mit den Telekommunikationsgesellschaften, sagten Analysten. Für Alcatel würde sich zudem die Möglichkeit eröffnen, in die USA zu expandieren.

Hinsichtlich Geographie, Produkten und Dienstleistungen passten die beiden Unternehmen „unglaublich gut“ zusammen, sagte Tony DeSpirito, Portfolio-Manager bei Pzena Investment Management LLC, einem der größten Lucent-Anteilseigner. „Es ist eine hübsche Liaison“, sagt er. Lucent könnte die Fusion neues Leben einhauchen. Ein Problem des Unternehmens ist nach Ansicht von Analysten, dass seine Produkte nicht auf dem neuesten Stand sind.

Trotz des positiven Umfelds sehen Analysten aber auch eine Reihe von Hindernissen für die Fusion. Dazu könnte gehören, dass die in New Jersey ansässige Lucent Rüstungsverträge mit der US-Regierung hat. Zudem könnten Lucent-Aktionäre mit dem Preis nicht einverstanden sein.

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