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24.01.2005

08:29 Uhr

Neuer Deutschland-Chef soll Trendwende schaffen

Bertelsmann will mit Stellenabbau Buchklub in die Gewinnzone führen

VonHans-Peter Siebenhaar

Bertelsmann versucht, mit einem harten Sparprogramm seinen verlustreichen deutschen Buchklub aus den roten Zahlen zu bringen. Der neue Club-Chef Marc-Oliver Sommer kündigte am Freitag auf einer Mitarbeiterversammlung im westfälischen Rheda einen Stellenabbau an.

50 Stellen sollen bei Bertelsmann wegfallen.

50 Stellen sollen bei Bertelsmann wegfallen.

HB DÜSSELDORF. Mindestens 50 Arbeitsplätze sollen am Firmensitz unweit von Gütersloh verschwinden, berichten Insider. Ein Sprecher wollte die Zahl nicht kommentieren. Der „Club Bertelsmann“ beschäftigt in Deutschland 1  500 Menschen. Am Stammsitz in Rheda sind es 450 Mitarbeiter.

Sommer, der erst vor drei Wochen die Führung des Bertelsmann-Problemfalls übernahm, fährt einen radikalen Sanierungskurs. Der 42-Jährige, der den französischen Klub France Loisirs zu Rekordgewinnen geführt hatte, will mit sinkenden Kosten, besseren internen Abläufen und einem moderneren Programm nun den deutschen „Club“ in die schwarzen Zahlen führen. Wann die Buchgemeinschaft die Verlustzone verlassen wird, darauf will sich bei Bertelsmann derzeit niemand genau festlegen.. Ein Klubsprecher sagte nur: „Wir wollen die Trendwende bei Umsatz, Verlust und Mitarbeitern in den nächsten zwei Jahren schaffen.“

Der deutsche „Club“ mit einem Umsatz von zuletzt 370 Mill. Euro leidet unter anhaltendem Mitgliederschwund, internen Problemen und der scharfen Konkurrenz des Augsburger Verlagsriesen Weltbild. Wie Unternehmenskreise berichten, bewegten sich die Verluste des „Clubs“ im vergangenen Jahr im einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Buchgemeinschaft hat für Europas größten Medienkonzern eine besondere Bedeutung. Denn mit ihr legte Firmenpatriarch Reinhard Mohn den Grundstein für sein Medienimperium.

Außer dem deutschen Klub fährt auch die britische Tochter BCA Book Club Associates Millionenverluste ein. Ähnlich wie in Deutschland gab es auch dort ein Stühlerücken. Der britische Unternehmensberater George Saul, der früher den Disney-Kinderbuchklub aufgebaut hatte, ersetzte zu Jahresbeginn Klub-Chef Christian Friege, der in den Vorstand des Telefonunternehmens Debitel wechselte.

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