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26.01.2004

15:50 Uhr

Neuer Investor soll aus der Krise

Loewe steckt in der Verlustzone fest

Die Nachfrage nach klassichen Bildröhrenfernsehern bricht mehr und mehr ein, das bekommt auch das fränkische Traditionsunternehmen Loewe deutlich zu spüren.

HB KRONACH. Mit einem Investor will der TV-Gerätehersteller nun wie andere Firmen der Unterhaltungselektronik aus der Krise kommen. „Der Vorstand führt erste Gespräche mit einem potenziellen strategischen Partner“, sagte Loewe-Chef Rainer Hecker am Montag am Stammsitz Kronach. Der Investor könne möglicherweise aus Asien kommen. Loewe wolle seine Finanzbasis stärken, stehe aber unter keinem Zeitdruck. Allerdings sei die Nettoverschuldung stark angestiegen, räumte Finanzchef Burkhard Bamberger ein, ohne Zahlen zu nennen.

Loewe rutschte 2003 wegen eines Einbruchs bei seinem Hauptprodukt, dem klassischen Bildröhren-Fernseher, mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 33 Mill. € tief in die rote Zahlen und hatte zuvor bereits zweimal seine Prognosen korrigiert. 2002 hatte der Konzern noch einen Betriebsgewinn von 20,6 Mill. € erzielt. Die neuen, stark nachgefragten Flachbildschirme werde Loewe erst im Frühjahr in größerer Stückzahl auf den Markt bringen. In diesem Jahr werde es daher nur gelingen, die Verluste zu verringern, sagte Bamberger.

Die im Kleinwertesegment SDax notierte Loewe-Aktie gab bis zum Nachmittag mehr als fünf Prozent auf sieben Euro nach. Damit verlor der Titel die Zuwächse der vergangenen Wochen wieder, die Analysten mit dem möglichen Einstieg eines Investors erklärt hatten.

Nach Auffassung von Branchenkennern hat Loewe zu spät die neue Technologie der Flachbildfernseher forciert. Erst auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) im September in Berlin hatte Loewe in größerem Stil die neuen Geräte vorgestellt, die die Kunden den Bildröhren-Fernsehern vorziehen. 2003 machten die neuen LCD/Plasma- und Projektionsfernseher nur zehn Prozent des Umsatzes aus, erst im vierten Quartal soll ihr Anteil auf mehr als 50 % steigen.

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