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04.04.2012

10:53 Uhr

Neuer Markt-Pionier

Holding TKH will Augusta übernehmen

Die niederländische Gruppe will seine Anteile am Münchener Spezialisten für digitale Kameratechnik massiv ausweiten. 162 Millionen will sich TKH die Offerte kosten lassen. Ein Analyst reagiert überrascht.

Eine Kamera, die die Torauslinie in einem Fußballstadion überwacht, bei einem Testeinsatz. dpa

Eine Kamera, die die Torauslinie in einem Fußballstadion überwacht, bei einem Testeinsatz.

FrankfurtEin ehemaliger Pionier am Neuen Markt wird übernommen: Die niederländische Technologie-Holding TKH bietet 162 Millionen Euro für den Bildverarbeitungs-Spezialisten Augusta Technologie aus München, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Die Offerte liegt mit 21 Euro je Aktie um 17 Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag, am Mittwochmorgen schoss die Aktie auf 21,30 Euro. 28 Prozent der Augusta-Anteile hat sich TKH von deren Großaktionären - zwei Investmentfonds und der Technologie-Investor Daniel Hopp - schon gesichert. Die Übernahme kommt aber nur zustande, wenn die Niederländer am Ende auf mehr als 75 Prozent der Anteile kommen.

Augusta hat sich in den vergangenen Jahren auf die digitale Kameratechnik spezialisiert. Die hochempfindlichen Geräte kommen etwa zur Überwachung von Produktionsprozessen, des Verkehrs, bei Sicherheitssystemen oder in der Medizintechnik zum Einsatz. Im vergangenen Jahr setzte Augusta mit knapp 500 Mitarbeitern 101 Millionen Euro um, der operative Gewinn (Ebitda) lag bei knapp 18 Millionen Euro. Der Großteil der zweiten Sparte Sensortechnik war 2011 verkauft worden. Die aus einem Kabelhersteller hervorgegangene TKH hält rund 70 Beteiligungen an Technologie-Unternehmen im Telekom-, Bau- und Industriesektor, darunter auch in der Kamera- und Sensortechnik. Mit mehr als 4000 Mitarbeitern setzt TKH 1,1 Milliarden Euro um.

Augusta hat eine bewegte Geschichte hinter sich: 1991 als Beteiligungs-Holding für Mittelständler gegründet, war sie 1998 eines der ersten Unternehmen am neu gegründeten Börsensegment „Neuer Markt“. Durch einen Kapitalschnitt 2005 verloren die Alt-Aktionäre einen Großteil ihrer Anteile. Equinet-Analyst Adrian Pehl zeigte sich überrascht von dem Verkauf. Er habe Augusta eher auf der Käuferseite erwartet. Andererseits mache der hohe Mittelbestand nach dem Sensortechnik-Verkauf das Unternehmen attraktiv für eine Übernahme.

Von

rtr

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