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11.08.2015

13:50 Uhr

Neuer Name bei Google

Die Tücken des Alphabets

VonLukas Bay

Google zeigt sich bei dem Namen für seine neue Holding wenig kreativ. „Alphabet“ ist im Netz schon vielfach belegt – unter anderem durch BMW. Auch Erzrivale Microsoft kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Alphabet: Googles mutiger, aber richtiger Schritt

Video: Alphabet: Googles mutiger, aber richtiger Schritt

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DüsseldorfRevolutionär waren die Google-Gründer Sergej Brin und Larry Page nicht gerade bei der Suche nach einem Namen für ihre neue Holding. Das Wort Alphabet kennen die meisten Menschen spätestens seit der Grundschule. Und auch etliche Firmen haben sich das altgriechische Wort schon bei der Namenssuche aufgegriffen. Allein beim deutschen Marken- und Patentamt sind unter dem Markennamen „Alphabet“ 39 Einträge zu finden, die etliche Produkte umfassen – vom Wein über Teddybären bis zu Tonvasen.

Nicht umsonst ist die neue Google-Holding im Netz kurz nach dem Start nur unter abc.xyz erreichbar. Die naheliegende Adresse Alphabet.com war schon vergeben – an den deutschen Autobauer BMW.

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Denn die Domain gehört zu einem Tochterunternehmen des bayrischen Autobauers. Seit 1997 bieten die Münchener unter dem Markennamen Alphabet Mobilitätslösungen für Geschäftskunden an. Noch nie in der Unternehmensgeschichte war das Interesse an der Firmen-Website so groß wie kurz nach der Ankündigung von Google. Wegen der vielen Besucher ging in der Nacht sogar kurzzeitig der Server der Münchener in die Knie.

Der Konzern erklärte, die Hausjuristen prüften standardmäßig, inwieweit Markenrechte des Konzerns berührt seien. Aktuell gebe es aber keinen Anlass, etwas in der Sache zu unternehmen. Es gebe auch keine Anfrage von Google, die Domains der BMW-Tochter zu übernehmen.

Dass BMW sich von seiner etablierten Marke trennt, ist darum nicht zu erwarten – auch wenn das Interesse aus den USA zumindest an der Domain groß sein dürfte. Selbst bei Twitter kann Alphabet nicht unter dem eigenen Namen agieren. Der Twitter Account @alphabet gehört einem Privatmann aus Cleveland im US-Bundesstaat Ohio, der sich offenkundig über das plötzliche Interesse an seinem Profil freut.

Fast zeitgleich zu der Google-Nachricht ließ sich ein Unbekannter in der Nacht zu Dienstag eine ganz ähnliche Website registrieren: Die Adresse abc.wtf leitet die Nutzer jedoch nicht zu Google, sondern auf Microsofts konkurrierende Suchmaschine Bing um. Die Website Domaintools gibt als Registrierungsort die Unternehmenszentrale von Microsoft in Redmond an.

Der Urheber selbst will offenbar unerkannt bleiben: Als Registrant ist die Firma Whoistrustee.com aus Wellington (Neuseeland) eingesprungen, die ihren Kunden Anonymität verspricht und in ihrem Namen Webseiten anmeldet.

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