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01.09.2015

09:30 Uhr

Neuer Online-Fernsehdienst

Macht es Apple Netflix und Amazon gleich?

Das würde den wachsenden Markt für Videos aus dem Netz kräftig aufmischen: Apple denkt offenbar über TV-Serien aus eigener Produktion nach. Wie weit die Ambitionen des Konzerns gehen könnten.

Der iKonzern soll seit Jahren in Verhandlungen über Rechte für TV-Programme in den USA seien. AFP

Apple plant Großes

Der iKonzern soll seit Jahren in Verhandlungen über Rechte für TV-Programme in den USA seien.

CupertinoApple erwägt laut Medienberichten die Produktion eigener TV-Inhalte, was den iPhone-Konzern zum Wettbewerber für Streaming-Dienste von Netflix oder Amazon machen würde. In den vergangenen Wochen habe Apple sondierende Gespräche in Hollywood geführt, schrieben das Branchenblatt „Variety“ und der Finanzdienst Bloomberg am Dienstag.

Laut einem ranghohen Manager aus der Entertainment-Branche ist das Ziel, Programme für einen eigenen Streaming-Dienst zu drehen, schrieb „Variety“. Bloomberg zufolge geht es um TV-Serien, Apple habe aber noch keine Entscheidung getroffen.

Es gebe widersprüchliche Angaben dazu, wie weit die Ambitionen des Konzerns gingen, schreib auch „Variety“. Angeblich habe Apple sogar bereits versucht, die Macher der populären Auto-Sendung „Top Gear“ um Moderator Jeremy Clarkson zu verpflichten. Die BBC hatte sich von Clarkson nach einem Übergriff auf einen Mitarbeiter getrennt. Er und seine beiden Co-Moderatoren landeten schließlich bei Amazon.

Alles rund um Netflix

Alternative zu den Videotheken

Die Netflix-Gründer Reed Hastings und Marc Randolph wollte eine Alternative zu den Videotheken aufbauen. 1997 fingen sie an, DVDs online zu verleihen – ohne Säumnisgebühren, die viele Nutzer nervten. Später führte das Unternehmen eine Flatrate ein.

Online-Dienst als zweites Standbein

2007 führte das Unternehmen einen Online-Dienst ein, Nutzer konnten die Filme auch übers Internet streamen. Für dieses Nebenprodukt verlangt Netflix seit 2011 auch Geld – erst empörten sich die Nutzer darüber, dann arrangierten sie sich damit.

Den Vorlieben der Nutzer auf der Spur

Netflix hat einen Algorithmus entwickelt, um die Vorlieben der Nutzer genau erfassen und passende Genres vorschlagen zu können. Das Unternehmen wertet zudem aus, welche Serien und Filme besonders häufig illegal heruntergeladen werden.

Einladung zum „Binge Watching“

Der Online-Dienst bietet alle Folgen einer Serie auf einen Schlag an – wer will, kann beispielsweise ein ganzes Wochenende mit der neuen Staffel von „House of Cards“ verbringen. Experten sprechen vom „Binge Watching“, also einer Art „Koma-Gucken“.

Schlagzeilen mit Eigenproduktionen

Netflix bietet größtenteils bereits ausgestrahlte Filme und Serien an, bemüht sich aber verstärkt um Eigenproduktionen. Die bekannteste ist wohl die hochgelobte Politserie „House of Cards“ mit Schauspieler Kevin Spacey. Auch Anbieter wie Amazon gehen inzwischen diesen Weg.

Expansion jenseits der USA

Der Heimatmarkt ist nicht genug: Netflix expandiert seit einigen Jahren, der Dienst ist bereits in Kanada, Südamerika, Großbritannien und den Niederlanden verfügbar. 2014 kamen diverse Länder hinzu, darunter Deutschland.

Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon stecken viel Geld in die Produktion eigener Serien oder auch Filme, um sich von einander abzuheben. Außerdem sparen sie sich so Ausgaben für Inhalte, für die sie keine Rechte halten. Netflix ließ in den USA gerade erst einen Vertrag mit mehreren Hollywood-Studios auslaufen, mit dem diverse Blockbuster aus dem Abo-Programm fallen werden.

Apple ist laut Medienberichten schon seit Jahren in zähen Verhandlungen über Rechte für TV-Programme in den USA. Ein neuer Online-Fernsehdienst, über den schon lange spekuliert wird, ist immer noch nicht gestartet. Der Konzern produzierte bereits selbst Werbe- und Musikvideos. Mit fast 200 Milliarden Dollar auf der hohen Kante hätte Apple mehr als genug Geld, um die Branche aufzumischen.

Von

dpa

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