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08.03.2014

09:41 Uhr

Neuer Prepaid-Tarif

WhatsApp geht in Deutschland auf Kundenjagd

Quelle:WirtschaftsWoche

Der Kurzmitteilungsdienst WhatsApp wagt den exklusiven Schulterschluss mit dem Düsseldorfer Mobilfunkanbieter E-Plus, um deutsche Kunden zu gewinnen. Demnächst dürften hierzulande WhatsApp-Prepaid-Karten erhältlich sein.

Mit speziellen WhatsApp-Tarifen sollen Kunden an den Kurznachrichtendienst gebunden werden. AFP

Mit speziellen WhatsApp-Tarifen sollen Kunden an den Kurznachrichtendienst gebunden werden.

Der Kurzmitteilungsdienst WhatsApp will zusammen mit dem Düsseldorfer Mobilfunkbetreiber E-Plus seinen 30 Millionen Kunden in Deutschland ein besonders verlockendes Angebot unterbreiten. Wie die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen erfuhr, wird ein spezieller Tarif WhatsApp Privilegien einräumen, die kein anderer App-Anbieter bekommt. Geplant ist demnach die Einführung einer Prepaid-Karte mit einer WhatsApp-Option quasi zum Nulltarif. Denn alle Texte, Bilder und Videos, die über die App verschickt werden, werden nicht auf das gekaufte Datenvolumen angerechnet.

Was an WhatsApp Kopfschmerzen bereitet

Laxer Umgang mit Datenschutz

WhatsApp überträgt die Kontakte im Adressbuch auf seine Server in den USA – in Zeiten mächtiger Geheimdienste kein angenehmer Gedanke. Hinzu kommt: Durch die Offenlegung der Handynummern erfahren andere Leute, dass man die App nutzt – zumindest, wenn sie diese auch installiert haben und im Adressbuch stehen.

Zweifel an der Verschlüsselung

Lange wurden die WhatsApp-Nachrichten unverschlüsselt übertragen. Auch an der inzwischen eingesetzten Verschlüsselungstechnologie hegen Experten Zweifel.

Sicherheitsbedenken

Schon mehrfach stand Whatsapp wegen des laxen Umgangs mit Sicherheitsfragen in der Kritik – das betrifft nicht nur die Verschlüsselung. So konnten eine Zeit lang Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden. Nach Einschätzung einer Sicherheitsfirma kann auch der Bezahlprozess ausspioniert werden.

Soziale Kontrolle

Für jeden App-Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal den Dienst genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit WhatsApp. Die App ermöglicht also eine gewisse soziale Kontrolle.

Undurchsichtige Firma

Über die Firma WhatsApp ist wenig bekannt, die Macher meiden die Öffentlichkeit weitgehend. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen. Auch der Anfang 2014 angekündigte Verkauf an Facebook stößt auf Skepsis – das Soziale Netzwerk gilt nicht wenigen als Datenkrake.

Besonderer Clou dieses Angebotes: WhatsApp kann auch dann uneingeschränkt weiter genutzt werden, wenn das Guthaben aufgebraucht ist. Die Preise will WhatsApp kurz vor dem Marktstart Anfang April verkünden. E-Plus bestätigte gegenüber der WirtschaftsWoche, dass WhatsApp mit einer eigenen Prepaid-Karte nach Deutschland kommt. Die anderen Details des Whatsapp-Angebots wollte E-Plus „weder dementieren noch kommentieren“, wie ein Sprecher sagte.

Ende Februar hatte E-Plus mitgeteilt, künftig mit WhatsApp eng zusammenzuarbeiten. WhatsApp will als Mobilfunkanbieter in Deutschland auftreten.

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