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27.06.2013

06:15 Uhr

Neues Betriebssystem

Windows auf Speed

VonChristof Kerkmann

Weniger als ein Jahr nach dem Start von Windows 8 stellt Microsoft ein Update für sein Betriebssystem vor. Die meisten Neuerungen sind kosmetisch, trotzdem bedeutet Version 8.1 eine kleine Revolution.

Update für unbeliebtes Betriebssystem

Frischer Wind für Windows 8

Update für unbeliebtes Betriebssystem: Frischer Wind für Windows 8

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DüsseldorfSo schnell war Microsoft noch nie. Vor gerade mal acht Monaten brachte der Software-Konzern sein Betriebssystem Windows 8 auf den Markt, am Mittwoch stellte er auf der Entwicklerkonferenz Build in San Francisco bereits die erste große Aktualisierung vor.

Windows 8.1 enthält einige, vornehmlich äußerliche Verbesserungen – so kehrt der von vielen Nutzern vermisste Startknopf zurück. Es steht aber auch für ein neues Microsoft. „Die schnelle Veröffentlichung von neuen Produkten ist fundamental für das, was wir machen“, sagte CEO Steve Ballmer. Der behäbige Software-Riese soll flotter werden. „Rapid“ – schnell: Kaum ein Wort nahm der Manager häufiger in den Mund, sieht man von „Windows“ ab.

Über Fehler redete Ballmer dagegen nicht ausdrücklich – auch wenn viele Nutzer sich darüber lauthals beschwert hatten, dass Windows 8 ihnen die neue Touch-Oberfläche aufzwinge. Er verglich die neue Version lieber mit einer Kaffeemischung, die jetzt etwas ausgewogener sei. Alles eine Frage des Geschmacks.

Wann Windows 8.1 herauskommt, ist noch nicht klar, experimentierfreudige Nutzer können aber bereits eine Vorab-Version herunterladen und testen.

Die wichtigsten Neuerungen in Windows 8.1

Startknopf

Tatsächlich kommt der Startknopf zurück, wie viele Nutzer es gefordert haben. Nach einem Klick öffnet darauf sich allerdings kein Fenster, sondern der Startbildschirm, den Microsoft mit Windows 8 eingeführt hat.

Desktop-Modus

Wer ein Gerät ohne Touchscreen hat, kann künftig im klassischen Desktop-Modus starten.

Sperr-Bildschirm

Der Sperr-Bildschirm wird persönlicher: Er zeigt Fotos als Diaschau an. Zudem können Nutzer Skype-Anrufe direkt entgegennehmen und Aufnahmen mit der Kamera machen.

Umgang mit mehreren Monitoren

Windows 8.1 erleichtert den Umgang mit mehreren Monitoren enorm, ohne große Konfiguration können Anwendungen auf den Bildschirmen hin- und hergeschoben werden.

Universalsuche

Das Betriebssystem bekommt eine Universalsuche, die nicht nur Ergebnisse vom Computer, sondern auch aus dem Internet liefert. Damit lassen sich schnell installierte Apps aufspüren und starten, aber auch eigene Texte oder Websites finden.

Internet Explorer 11

Microsoft hat seinen Browser Internet Explorer 11 für die Touch-Bedienung optimiert – er ist Teil von Windows 8.1.

Unterstützung für 3D-Drucker

Das Betriebssystem soll das drahtlose Drucken erleichtern – entweder per WLAN oder NFC. Zudem enthält Windows 8.1 Treiber für 3D-Drucker, womit die Erstellung von 3D-Objekten so leicht werden soll wie der Druck eines Dokumentes.

Leichtere Verwaltung

Die IT-Abteilungen in Unternehmen können kontrollieren, welche Anwendungen auf dem Startbildschirm eines Rechners liegen. Über „Work Folders“ lassen sich Daten aus den Benutzerordnern mit dem Unternehmensnetzwerk synchronisieren.

Regelmäßige Updates

Windows 8.1 erscheint nur ein Jahr nach Windows 8. Damit steht das Betriebssystem für eine neue Update-Politik: Microsoft will künftig häufiger neue Versionen veröffentlichen. Damit kann der Software-Hersteller besser auf Trends und Kundenwünsche eingehen, wie es heutzutage viele Firmen tun.

Auch mit Apps will Microsoft punkten. „Ich denke, dass wir in diesem Monat die Marke von 100.000 Anwendungen im Windows Store überschreiten“, sagte Ballmer, der Zustrom sei „phänomenal“. Mit der Nachrichten-App Flipboard und dem Sozialen Netzwerk Facebook kommen jetzt auch zwei große Namen hinzu, die für viele Nutzer ein Muss sind. Zudem hübscht Microsoft die eigenen Programme auf: Die Kamera beherrscht jetzt Texterkennung und das Musikprogramm Xbox Music kann künftig Songs aus dem Netz streamen, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Doch das Revolutionäre liegt weder in diesen Verbesserungen noch in den Apps. Windows 8.1 steht auch für ein Microsoft, das nicht mehr alle drei oder vier Jahre eine große neue Version seines Betriebssystems hinklotzt, sondern kleinere, aber viel regelmäßigere Updates liefert. „Wir als Firma machen eine Transformation durch“, sagte Ballmer. Diese Strategie der kleinen Schritte soll für Windows wie auch für andere Produkte gelten.

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Damit passt sich Microsoft nicht nur an die Gepflogenheiten von App-Entwicklern an, die immer wieder kleine Updates nachschieben. Der Konzern bereitet sich auch dafür vor, sein Geschäftsmodell umzukrempeln. Zwar ist Windows 8.1 kostenlos, man kann aber davon ausgehen, dass weitere Aktualisierungen Geld kosten werden.

Denn Microsoft will die Nutzer daran gewöhnen, nicht einmal eine Lizenz zu kaufen, sondern regelmäßig zu zahlen – Software als Dienstleistung. Beim neuen Office-Paket bietet das Unternehmen bereits so ein Abo an. Schnelle Updates halten die Nutzer bei Laune. Steve Ballmer wird wohl noch länger auf Tempo drängen.

Kommentare (7)

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ines

27.06.2013, 07:48 Uhr

Die zwingen mich in den Gebrauchtwarenmarkt, nur weil sie keine Laptops mehr mit einem vernünftigen Betriebssystem verkaufen. Was soll ich mit einer Touch-Oberfläche und Apps, wenn ich mit dem Gerät arbeiten muss, Office anwenden, nix Feierabendspaß? Warum bieten sie nicht für professionelle User ein Parallelsystem an?

Account gelöscht!

27.06.2013, 08:10 Uhr

Nein, besser nicht Rapid, jeder vermeintliche Fortschritt bei MS in den letzten Jahren war meistens ein Rückschritt

Frenzy

27.06.2013, 08:38 Uhr

Sie können z.B. bei einigen Business-Hardware-Anbietern Geräte mit Windows 8 kaufen und anschließend kostenlos auf Windows 7 downgraden. Daher stammen übrigens die Verkaufszahlen für Windows 8 im Business-Sektor.

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