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08.03.2013

11:55 Uhr

Neues Facebook-Design

„Eine Evolution, keine Revolution“

VonJonas Jansen

Größere Fotos, längere Links und mehr Auswahl beim Newsfeed: Facebook hat seine Optik überarbeitet. Die meisten Reaktionen im Internet sind positiv – allerdings überzeugt das neue Design noch nicht jeden.

Mark Zuckerberg zeigt das neue Design. Muhammad Ali, Barack Obama oder der Dalai Lama sind in den neuen Fotogalerien von Facebook gleich viel größer. AP/dpa

Mark Zuckerberg zeigt das neue Design. Muhammad Ali, Barack Obama oder der Dalai Lama sind in den neuen Fotogalerien von Facebook gleich viel größer.

DüsseldorfFacebook gibt den Fotos mehr Raum. Das ist vielleicht das erste, was beim neuen Design des größten sozialen Netzwerks der Welt auffällt. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“, kommentiert das Blog Basic Thinking. Und Computerbild meint: „Fotoalben erstrahlen in neuem Glanz.“ Doch nicht alle Neuerungen kommen gut an.

Diverse Technikblogs und Nachrichten-Websites testen bereits fleißig. Robert Vossen schreibt etwa auf Basic Thinking, dass ihm die neue Darstellung von Inhalten gefällt, die von mehreren Freunden geteilt werden. Der Blogger freut sich, dass solche Inhalte künftig prominenter und länger zu sehen sind. Zukünftig werden die Links zusammengefasst und mit den Profilfotos der Freunde an der Seite bestückt. Wenn man mit der Maus über das Foto fährt, wird der jeweilige Kommentar zum Video angezeigt. Dafür gefällt dem Blogger nicht, dass es künftig durch die verschiedenen Feeds schwieriger sei, sich einen eigenen Nachrichtenstrom zusammenzustellen.

Kritik kommt vom inoffiziellen Facebook-Blog allfacebook.de: Anhand einer genauen Anleitung zeigt Autor Philipp Roth, dass etwa die neue Seitenleiste noch sehr überfrachtet und verwirrend ist. „Wir sind gespannt, ob Facebook das alles noch etwas flexibler gestaltet oder nicht“, schreibt Roth. Gerade viele kleine nützliche Features würde man noch vermissen.

Ein Kommentator merkt zudem an, dass seiner Meinung nach durch das neue Design die Reichweite von Seiten stark beschnitten werde, weil die Nutzer dem Feed der eigenen Freunde mehr Beachtung schenken würden.

Für „eine Evolution, keine Revolution“ hält Martin Weigert vom Blog Netzwertig die Neuerung. Das Ergebnis sei moderner und einladender als zuvor, die Navigation simpler. Er habe sich nach einer Minute an die neue Oberfläche gewöhnt.

Die BBC notiert, dass sich die Website von Facebook nun deutlich an den mobilen Versionen orientiert. Daraus folgert Autor Leo Kelion: Werbung wird mehr Platz bekommen und daher schwerer zu ignorieren sein. Die einheitliche Anmutung auf allen Plattformen sorge für mehr Konsistenz, schreibt das Technologie-Blog Techcrunch und folgert daraus fasst ein bisschen romantisch, dass Facebook „intimer wird, eher auf Berührung und Klicks reagiert und weit weniger verwirrend ist“.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Das Blog The Verge kommentiert Mark Zuckerbergs Versprechen, die „News“ zurück in den Newsfeed zu bringen: Mit einem eigenen Feed für Leute, mit denen man nicht befreundet ist, aber denen man folgt, gehe Facebook einen weiteren Schritt vom Sozialen Netzwerk zur „Zeitung“.

C-Net schreibt, dass Facebook mit der neuen Optik Twitter unter Druck setzt, weil man nun auch bei Facebook besser interessanten Leuten folgen könne und Facebook durch den einen eigenen Feed auch zu einer Quelle für „Breaking News“ werden könnte.

Übrigens: Google Plus hat ebenfalls ein neues Design und ist Facebook damit sogar zuvorgekommen. Chip.de schreibt, dass das größere Coverfoto die auffälligste Veränderung ist. Auf die Bilder kommt es eben an.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

08.03.2013, 15:37 Uhr

Krass, eine Evolution?
Wenn man das mit der Evolution beschreiben will, was ich darunter verstehe, dann viel Spaß. Gut, man sich seine eigene persönliche Evolution außerhalb solcher revolutionären Evolutionen suchen kann *g*

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