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20.02.2015

10:26 Uhr

Neues Geschäftsfeld in Spanien

Uber bringt Essen auf Rädern

Mit seiner Taxi-Konkurrenz stößt der Fahrdienst Uber vielerorts auf Widerstand – nun versucht er sich in Spanien als Essenslieferant. Damit wagt sich das Unternehmen in eine Branche, in der die Samwer-Brüder aktiv sind.

Der Fahrdienst experimentiert in Spanien mit Essenslieferungen. dpa

Der Fahrdienst experimentiert in Spanien mit Essenslieferungen.

DüsseldorfPersonen darf Uber in Spanien nach einem gerichtlichen Verbot nicht transportieren – nun versucht es der Fahrdienst mit Essen: Er hat eine App namens Uber Eats entwickelt. Nutzer könnten damit in Barcelona über das Smartphone Lieferdienste beauftragen, schreibt die Zeitung „El País“. Damit expandiert das US-Unternehmen in eine umkämpfte Branche, in die beispielsweise die Samwer-Brüder massiv investieren.

Uber-Nutzer können in Barcelona bei einer Auswahl von Restaurants bestellen. Die Auswahl stammt vom Online-Magazin Plateselector. Das Angebot wechsle jeden Tag und koste zwischen acht und elf Euro, heißt es in dem Bericht. Die Fahrer erhielten pro Lieferung 2,50 Euro, Uber behalte 20 Prozent als Kommission. Zudem reagiert das US-Unternehmen auf einen häufigen Kritikpunkt und verpflichtet die Fahrer, sich als Selbständige im Sozialversicherungssystem anzumelden.

Der Streit um Uber

Vermittlung gegen Provision

Uber vermittelt über seine Smartphone-App Uber Pop zwischen Fahrern und Gästen – dafür kassiert das Unternehmen eine Provision, die in der Regel 20 Prozent des Fahrpreises beträgt.

Konkurrenz für Taxifahrer

Der Fahrdienst macht der Taxi-Branche Konkurrenz. Er expandiert aggressiv, in Deutschland bedient er große Städte wie Berlin, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf. Das Unternehmen hat seit der Gründung 2009 rund 3,9 Milliarden Dollar Kapital erhalten, unter anderem von Google und Goldman Sachs.

Streit um offizielle Papiere

Streit gibt es vor allem um den Dienst Uber Pop, über den private Autobesitzer Fahrdienste anbieten (über Uber Black bekommen Nutzer Mietwagen mit Fahrer). In Deutschland haben mehrere Gerichte das Angebot zwischenzeitlich verboten. Viele Chauffeure haben keinen Personenbeförderungsschein – den brauchen sie aber, um auf gewerblicher Basis Fahrgäste befördern zu dürfen.

Nur eine Mitfahrzentrale?

Uber stuft die Fahrten als Mitfahrgelegenheiten ein: Wer als privater Fahrer andere mitnimmt und dafür Spritgeld nimmt, benötigt auch keinen Personenbeförderungsschein. Allerdings empfiehlt das Unternehmen einen Preis, der über den Betriebskosten liegen dürfte – damit bewertet das Personenbeförderungsgesetz die Fahrt als gewerblich.

„Rahmenbedingungen anpassen“

Uber ist sich der gesetzlichen Beschränkungen offenbar bewusst – das Unternehmen fordert immer wieder, die rechtlichen Rahmenbedingungen an neue Fahrdienste anzupassen.

Wie in vielen Ländern hat Uber auch in Spanien mit Widerstand der Taxibranche zu kämpfen. Im Dezember hatte ein spanischer Richter Uber verboten, Personen zu transportieren. Die neue App ist von diesem Urteil nicht betroffen. Ein Anwalt des Madrider Taxiverbandes sagte „El País“, dass ein Verfahren gegen Uber Eats nur eine Frage der Zeit sei: Man benötige eine Lizenz, um Güter zu transportieren.

Uber bietet bereits in anderen Städten Lieferdienste an, etwa in Los Angeles und Washington D.C. Zudem können einige ausgewählte Partnerfirmen über Schnittstellen auf das Fahrernetzwerk zugreifen, darunter die Cafékette Starbucks. Die Möglichkeiten in der Logistikbranche dürften ein Grund für die hohe Bewertung des Unternehmens sein. Bei einer Finanzierungsrunde im Dezember taxierten es die Investoren auf 41 Milliarden Dollar.

Allerdings ist der Markt für Lieferdienste hart umkämpft. So investierte kürzlich Rocket Internet eine halbe Milliarde Euro in das Start-up Delivery Hero, das 2015 oder 2016 an die Börse will. Geld, um mitzuhalten, hätte Uber: In mehreren Finanzierungsrunden sammelte es 5,9 Milliarden Dollar ein.

Von

chk

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